Arbeitsmarkt 2015 | Ein Jahr ohne besondere Höhen und Tiefen in der Region

„Im abgelaufenen Jahr 2015 mussten wir keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit wie in den beiden Vorjahren verzeichnen. Im Gegenteil: Trotz weiterhin steigender Zahl arbeitsloser Ausländer hat die Agentur im Vergleich zum Vorjahr 104 Arbeitslose weniger in der Statistik. Die Ausländer sind auch die einzige Gruppe, die im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verbuchen musste. Demgegenüber nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer um fast neun Prozent zu.

Symbolbild
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Im Bereich der Ausbildung ist der Markt für die Bewerber nach wie vor günstig. Rein rechnerisch gab es wiederum mehr Stellen als Bewerber. Die Zahl der Ausbildungsstellen sank um 1,5 Prozent. Die Zahl der Bewerber sank um 3,2 Prozent. Insgesamt kamen auf 100 Bewerber 116 Ausbildungsplätze (4.013 Bewerber und 4.659 Ausbildungsstellen).

Trotz vieler Zu- und Abgänge, die die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zeigen, war es kein außergewöhnliches Jahr. Die Arbeitskräftenachfrage bewegte sich wieder auf hohem Niveau. Mehr als 18.100 Stellenzugänge konnten wir in diesem Jahr verzeichnen. Das ist ein Plus von 384 im Vergleich zum Vorjahr und bewegte sich damit über dem Niveau der früheren Jahre“, bewertet Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, das abgelaufene Jahr 2015.

Exakt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr 18.172 Stellen gemeldet, das ist ein Plus von 384 oder 2,2 Prozent. Ein weiterer Beleg für den guten Arbeitsmarkt ist für Demel der durchschnittliche Stellenbestand im abgelaufenen Jahr. Der Bestand betrug 4.915 Stellen und lag damit um 1.004 oder 25,7 Prozent höher als im Jahr 2014. „Das ist für uns ein Zeichen, dass die Unternehmen weiterhin positiv in die Zukunft sehen“, analysiert Demel.

„Für das Jahr 2016 bin ich davon überzeugt, dass sich die Region weiterhin gut entwickelt und stabil bleibt, trotz des deutlichen Zuzugs von Ausländern. Aus diesem Grund gehe ich auch davon aus, dass die Arbeitslosigkeit etwas steigt, da mit einer steigenden Zahl von Asylbewerbern, die anerkannt werden, zu rechnen ist. Wenn diese anerkannt sind, dann erst tauchen sie in unserer Statistik auf. Daher werden wir auf diese Gruppe weiterhin unser Augenmerk richten, aber auch die Älteren und die Langzeitarbeitslosen nicht aus dem Blick verlieren,“ blickt Demel nach vorne.

1.     Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt

1.1.         Arbeitslosigkeit

Im Jahresdurchschnitt zählte die Agentur für Arbeit Augsburg 15.831 Arbeitslose, das sind 104 oder 0,7 Prozent weniger als im Jahr 2014. Die Arbeitslosen verteilten sich wie folgt auf die beiden Rechtskreise: 7.849 Arbeitslose auf den Bereich SGB III, das ist ein Minus von 143 oder 1,8 Prozent im Vergleich zu 2014, und 7.982 auf den Bereich SGB II, was ein Plus von 39 oder 0,5 Prozent bedeutet.

Im Jahresverlauf meldeten sich 55.896 Personen arbeitslos, 948 oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 56.591 Menschen konnten die Arbeitslosigkeit beenden, 2.678 Personen oder 5,0 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Die Arbeitslosenquote erreichte im Jahresdurchschnitt 4,4 Prozent und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2014 (4,5 Prozent).

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung im Jahresdurchschnitt 15.831 Personen. Hierzu müssen aber weitere 5.359 Personen gerechnet werden, das ergibt eine Zahl von 21.190 und wäre eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (1.139), sich in der Altersteilzeit befinden (247), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (1.035), kurzfristig erkrankt sind (618), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 924), vorruhestandsähnliche Regelungen (802) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (425) gefördert werden. Diese Unterbeschäftigung ist gestiegen: um 203 Personen oder 1,0 Prozent.

1.2.         Beschäftigtenentwicklung

Am Stichtag 30. Juni 2015 waren 238.505 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 4.237 oder 1,8 Prozent mehr als zum 30. Juni 2014. Derzeit sind 172.468 von ihnen vollzeitbeschäftigt und 66.014 (27,7 Prozent) gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach. 29.695 aller Beschäftigten haben keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (12,5 Prozent), 152.467 verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss (63,9 Prozent) und der Rest verteilt sich auf akademische Abschlüsse (12,4 Prozent) bzw. konnte nicht ermittelt werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männer nahm zu. Derzeit sind 126.254 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Plus von 1.682 oder 1,4 Prozent. Auch die Zahl arbeitender Frauen nahm zu: um 2.555 oder 2,3 Prozent auf 112.251 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer nahm deutlich zu: um 2.427 oder 8,7 Prozent auf 30.401.

1.3.         Struktur der Arbeitslosen

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit verteilte sich über alle Personengruppen mit Ausnahme der Ausländer. Die Spannbreite reichte von minus 4,6 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis zu plus 5,3 Prozent bei den Ausländern:

·       Jugendliche unter 25 Jahre: 1.658 (minus 11, minus 0,7 Prozent)

·       Ältere ab 50 Jahre: 5.277 (minus 76, minus 1,4 Prozent)

·       Langzeitarbeitslose: 3.959 (minus 13, minus 0,3 Prozent)

·       Ausländer: 4.355 (plus 220, plus 5,3 Prozent)

·       Schwerbehinderte: 1.209 (minus 59, minus 4,6 Prozent)

Arbeitslosenquoten besonderer Personengruppen:

·       Jugendliche unter 25 Jahren: 3,8 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)

·       Ältere ab 50 Jahren: 5,0 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

·       Ausländer: 10,3 Prozent (Vorjahr 10,4 Prozent)
 

1.4.         Stellenentwicklung

Von Januar bis Ende Dezember wurden von den Betrieben und Verwaltungen 18.172 Stellen gemeldet, das waren 384 oder 2,2 Prozent mehr Angebote als im Jahr 2014.

Gesucht wurden vor allem Personen für die Lagerwirtschaft (2.149 oder 11,8 Prozent), den Maschinenbau (883 oder 4,9 Prozent), die Elektrotechnik (844 oder 4,6 Prozent) und das Büro (714 oder 3,9 Prozent).

Der Stellenbestand hat in diesem Jahr 4.915 betragen, das waren 1.004 oder 25,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus der Zeitarbeitsbranche kamen 2.120 oder 43,1 Prozent (Vorjahr 33,6 Prozent).

1.5.         Ausbildungsstellenmarkt

Von Oktober 2014 bis September 2015 meldeten die Firmen 4.659 Ausbildungsstellen, 70 oder 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der gemeldeten Ausbildungsbewerber um 131 oder 3,2 Prozent auf insgesamt 4.013. Statistisch gesehen stehen nun 100 Ausbildungsplatzbewerbern 116 Ausbildungsplätze gegenüber. Im vergangenen Jahr standen 100 Ausbildungsplatzbewerbern 114 Ausbildungsplätze zur Verfügung und noch ein Jahr zurück waren es 118.

2.     Regionaler Arbeitsmarkt

2.1.         Stadt Augsburg

In der Stadt Augsburg lag die durchschnittliche Arbeitslosenzahl bei 9.925. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent (6,7 Prozent im Jahr 2014). Verglichen mit dem Vorjahr waren das 62 oder 0,6 Prozent Arbeitslose weniger.

Die Zahlen im Einzelnen:

·       Jugendliche unter 25 Jahre: 958 (minus 6, minus 0,6 Prozent)

·       Ältere ab 50 Jahre: 3.037 (minus 102, minus 3,2 Prozent)

·       Langzeitarbeitslose: 2.809 (plus 42, plus 1,5 Prozent)

·       Ausländer: 3.345 (plus 117, plus 3,6 Prozent)

·       Schwerbehinderte: 700 (minus 44, minus 5,9 Prozent)

 

2.2.         Landkreis Augsburg

Im Landkreis Augsburg waren im Jahresdurchschnitt 3.949 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit waren 21 oder 0,5 Prozent weniger Menschen ohne Arbeit. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 2,9 Prozent (3,0 Prozent im Jahr 2014).

Die Zahlen im Einzelnen:

·       Jugendliche unter 25 Jahre: 481 (plus 18, plus 3,9 Prozent)

·       Ältere ab 50 Jahre: 1.452 (minus 19, minus 1,3 Prozent)

·       Langzeitarbeitslose: 755 (minus 23, minus 3,0 Prozent)

·       Ausländer: 697 (plus 79, plus 12,7 Prozent)

·       Schwerbehinderte: 333 (minus 10, minus 2,8 Prozent)

2.3.         Landkreis Aichach-Friedberg

Im Landkreis Aichach-Friedberg waren im Jahresdurchschnitt 1.957 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 22 oder 1,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 2,7 Prozent (2,7 Prozent im Jahr 2014).

Die Zahlen im Einzelnen:

·       Jugendliche unter 25 Jahre: 219 (minus 23, minus 9,6 Prozent)

·       Ältere ab 50 Jahre: 788 (plus 45, plus 6,0 Prozent)

·       Langzeitarbeitslose: 395 (minus 32, minus 7,5 Prozent)

·       Ausländer: 313 (plus 24, plus 8,4 Prozent)

·       Schwerbehinderte: 176 (minus 5, minus 3,0 Prozent)

 

(pm)

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