„Einwandfrei“ | Ordnungsreferent der Stadt Augsburg plant weiteres Graffiti-Projekt

Mit dem Projekt „Einwandfrei“ will Ordnungsreferent Dirk Wurm weiter Maßstäbe für den Umgang mit Graffiti in Augsburg setzen. „Mir ist die Zunahme der illegalen Schmierereien in Augsburg, sehr wohl aufgefallen. Ob sie einem gefallen oder nicht mag dahin gestellt sein. Tatsache ist, dass sie sich negativ auf das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Bürger auswirken“, so Wurm. Weil ihn das Konzept für „Einwandfrei“ überzeugt, bislang aber nicht finanziert werden konnte, will es Dirk Wurm im März den städtischen Gremien zur Entscheidung vorlegen und eine Finanzierung zur Umsetzung beantragen.

Auch am Fugger-Gymnasium durfte an einem Gebäude der Stadtwerke legal gesprayt werden. | Archivbild
Auch am Fugger-Gymnasium durfte an einem Gebäude der Stadtwerke legal gesprayt werden. | Archivbild

Das Thema Graffiti beschäftigt den Kriminalpräventiven Rat der Stadt Augsburg seit 2007. In einem eigenen Arbeitskreis setzen sich Vertreter der Sprayerszene, der Polizei, mehrerer städtischer Dienststellen und der Stadtwerke Augsburg damit auseinander. So entstand das Projekt „Schwabenwand“, das den Sprayern legale Flächen zur Verfügung stellt. Das Projekt will vor allem jungen Sprayern die Vorteile einer legalen Betätigung verdeutlichen.

Wie die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, führt Repression allein nicht zur Eindämmung illegaler Graffiti.

Der Arbeitskreis hat daher schon 2009 mit dem Projekt „Einwandfrei“ ein Konzept entwickelt, das sich eng an „ProGraM – Projekt Graffiti München“ anlehnt und seit 2001 erfolgreich umgesetzt wird.

Danach basiert das Projekt auf Repression, Prävention und Wiedergutmachung. Es bietet Sprayern die Möglichkeit, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, sich aktiv für eine Schadenswiedergutmachung einzusetzen und die Geschädigten bei der Wiedergutmachung des Schadens zu unterstützen.

Wie Ordnungsreferent Dirk Wurm hervorhebt, wird durch das Projekt ein Weg aufgezeigt, der jungen Tätern beibringt, dass ihr Fehlverhalten Konsequenzen nach sich zieht. Die bei den Geschädigten entstandenen oft hohen Schulden können aber durch eigene Arbeitskraft und durch eine restliche finanzielle Wiedergutmachung getilgt werden. „Damit kann einer Perspektivlosigkeit, die nicht selten das Risiko für ein Abdriften in Kriminalität erhöht, wirksam vorgebeugt werden“, so Wurm.

Geplant ist, auch einen so genannten Opferfonds sowie einen Sozialpädagogen zur Betreuung der Jugendlichen im Projekt bereit zu stellen. „Damit würde „Einwandfrei“ auch über das Angebot des Projekts „Anti-Graffiti-Mobil“ aus dem baden-württembergischen Pforzheim hinausweisen, das kürzlich öffentlich beschrieben worden ist“, erklärt der Ordnungsreferent.

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