Flüchtlinge 1945 und heute: Alles neu?

Schaffen wir das? Ein Blick in die Geschichte lohnt sich, wenn man sich einer Antwort auf diese Frage annähern will, meint die Georg-von-Vollmar-Akademie und lädt alle, die nach einer differenzierten Antwort suchen, für den 15. Februar 2016 zu einer Podiumsveranstaltung ins Evangelische Forum Annahof  (Hollbau, Im Annahof 4, 86150 Augsburg) ein. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Flüchtlinge in einem Zeltlager in Shinkiari, Pakistan. | Symbolfoto
Flüchtlinge in einem Zeltlager in Shinkiari, Pakistan. | Symbolfoto

Menschen auf der Flucht, zu Fuß, im Zug, mit dem Schiff – das gab es schon mal in Deutschland: Im Jahr 1945 suchten bis zu 14 Millionen Menschen eine neue Heimat im Westen.

 Zwar trafen nach dem Krieg Deutsche auf Deutsche, allerdings waren die Unterschiede zwischen ihnen erheblich. Wenn also Bauern aus Wolhynien (heute Ukraine) auf Städter aus dem Rheinland oder ostpreußische Junker auf oberbayerische Landwirte trafen, prallten keineswegs nur unterschiedliche Dialekte aufeinander, sondern unterschiedliche Bildungsschichten, Bräuche und Konfessionen, ja durchaus unterschiedliche Kulturen. Vorbehalte und Anfeindungen gab es damals wie heute. Zwangseinquartierung bei Einheimischen, der Bau von Notunterkünften und der fast schon vergessene „Lastenausgleich“ sorgten zusätzlich für Zündstoff.

 Ein Grundrecht auf Asyl wurde trotzdem ohne Umschweif ins Grundgesetz geschrieben. Heute kommen die Flüchtlinge nicht aus Schlesien und Siebenbürgen, sondern aus Syrien und Afghanistan. Bei allen Unterschieden gibt es jedoch auch reichlich Parallelen.

 „Ich bin deshalb überzeugt, dass sich im Kontext unserer aktuellen Flüchtlingsthematik der Blick in die Geschichte lohnt“, so Prof. Dr. Marita Krauß. Sie ist Inhaberin des Augsburger Lehrstuhls für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte und durch zahlreiche Publikationen als Expertin für die Geschichte der Vertreibung und der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewiesen.

Gemeinsam mit Dr. Stefan Kiefer, Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg, wird sie die Podiumsveranstaltung am 15. Februar gestalten. Krauss wird unter dem Titel „Die Angst als Wegbegleiter“ über „Migration 1938-1945-2016“ referieren, Kiefer unter dem Titel „Unterbringen, Verwalten, Integrieren“ über „Asyl als Herausforderung für eine Großstadt heute“. Im Anschluss an die beiden Impulsvorträge wird Vangelis Parasidis von der einladenden Georg-von-Volkmar-Akademie e. V. das Podiumsgespräch unter Einbeziehung des Publikums moderieren.

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