Spatenstich für Kinderkrebsforschungszentrum am Klinikum Augsburg

Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind ein seltenes Ereignis. Dennoch wird bei jedem 500. Kind vor dem 15. Geburtstag eine bösartige Krebserkrankung diagnostiziert. Das Schwäbische Kinderkrebszentrum in Deutschland am Klinikum Augsburg nimmt jedes Jahr 60 bis 70 neu erkrankte Säuglinge, Kinder und Jugendliche auf. Dabei machen die beiden größten Diagnosegruppen Patienten mit Leukämien und Lymphomen (etwa 46 Prozent) und solche mit Hirntumoren (rund 20 Prozent) aus.

Der Spatenstich für das Kinderkrebsforschungszentrum am Klinikum ist erfolgt. | Foto: Wolfgang Czech
Der Spatenstich für das Kinderkrebsforschungszentrum am Klinikum ist erfolgt. | Foto: Wolfgang Czech

 

Die großzügige Spende des Vereins Kinderkrebshilfe Königswinkel und dessen Vorsitzenden, Dr. Rainer Karg, versetzt uns in die Lage, das Schwäbische Kinderkrebszentrum durch das Kinderkrebsforschungszentrum zu erweitern. Es wird als eingeschossiger Bau an das Haus 2 der alten Kinderklinik angebaut und direkt mit dem Kinderschmerzzentrum verbunden sein. Die Verwaltungsratsspitze des Klinikum Augsburg, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer, werden den symbolischen Spatenstich für das Kinderkrebsforschungszentrum vornehmen.

Dr. Karg engagiert sich seit vielen Jahren für krebskranke Kinder, deren Geschwister und Familien im gesamten süddeutschen Raum. Davon konnten auch viele Patienten des Schwäbischen Kinderkrebszentrums profitieren. Einem 16-jährigen Jungen, dem wegen eines Tumors ein Bein amputiert werden musste, verhalf der Allgemeinmediziner, der letztes Jahr zusammen mit Philipp Lahm die Bayerische Staatsmedaille für Soziales Engagement verliehen bekam, zu einer Sportprothese, die die Krankenkasse nicht zahlen wollte. Einem neunjährigen Jungen finanzierte er als dessen letztem Wunsch ein Klavier.

Auf Nachfrage erklärte Dr. Karg, er habe mit dieser Spende in Höhe von 756.000 Euro der Krebsforschung einen kräftigen Schub verleihen wollen.

Tatsächlich gibt es am Schwäbischen Kinderkrebszentrum bereits zwei Studienzentren, die sich vor allem mit der Erforschung der Rhabdoidtumore sowie der Gliome niedriger Malignität im Kindes- und Jugendalter befassen. Rhabdoide Tumore sind seltene, hoch aggressive und häufig ungünstig verlaufende Tumorerkrankungen. Gliome niedriger Malignität kommen in allen Hirnregionen vor. Über 90 Prozent aller Patienten überleben langfristig, davon viele jedoch mit Tumorrest und/oder bleibenden Schäden durch Tumor oder Therapie.

Das Kinderkrebsforschungszentrum hat eine Grundfläche von circa 500 Quadratmetern und wird im Wesentlichen Büroräume für die Forschungs-Mitarbeiter beinhalten. Eine Besonderheit werden der Snoezelen-Raum mit 35 Quadratmetern, ein Physiotherapie-Zimmer mit 20 Quadratmetern sowie eine überdachte Dachterrasse mit 70 Quadratmetern für die Patienten und ihre Familien sein.

Mit dem Kinderkrebsforschungszentrum und dem Kinderschmerzzentrum an der Kinderklinik Augsburg l Mutter-Kind-Zentrum Schwaben wird der Campus für Kinder- und Jugendmedizin weiter ausgebaut. Am heutigen Nachmittag fand der Spatenstich für das neue Zentrum statt, welches in einem Jahr in Betrieb gehen soll.

ilm

Presse Augsburg-Wolfgang Czech war beim ersten Spatenstich vor Ort.

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