Wenn ein „Spieleabend“ vor Gericht endet, dann hat einer geschummelt

Heute informieren wir Sie über Urteile in zwei Verfahren vor dem Augsburger Amtsgericht: „Top, die Wette gilt…“ und „Gezinkte Karten – Hightech“. play-593207_1920 poker

Gezinkte Karten – Hightech

Der Fortschritt erhält überall Einzug. So auch beim Zinken von Pokerspielkarten. Ursprünglich richtete sich die Anklage gegen 14 Angeklagte. Gegen die übrigen 13 Angeklagten steht ein Hauptverhandlungstermin noch aus. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, an Pokerrunden für die keine behördliche Genehmigung vorlag, teilgenommen zu haben. Dabei soll er Spielkarten verwendet haben, an denen nicht sichtbare Magnetstreifen angebracht waren.

Mittels dieser Magnetstreifen wurden Signale über ein als Handy getarntes Empfangsgerät und weiter an einen Ohrknopf gesendet. Mittels dieses Ohrknopfes erfuhr der Angeklagte, welches Blatt seine jeweiligen Gegenspieler hatten. Auf diese Weise soll sich der Angeklagte in zehn Pokerrunden in Aschaffenburg, Vöhringen, Nürnberg, Kassel, Riedstadt, Kerpen und in drei Fällen auch in Augsburg „eingebracht“ haben. Der Angeklagte soll auf diese Weise bei gutgläubigen Mitspielern, die von den Manipulationen nichts wussten, Schadensbeträge weit im fünfstelligen Bereich verursacht haben.

Die Anklage wegen derer sich das digitale Pokerface vor Gericht verantworten musste, lautete auf Beteiligung an einem öffentlichen Glücksspiel in zehn Fällen sowie banden- und gewerbsmäßigem Betrug in zehn Fällen vor Gericht.

Das Verfahren „Gezinkte Karten – Hightech“ endete nun für den geständigen Angeklagten mit einer Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren, ausgesetzt zur Bewährung.  Die Bewährungszeit beträgt 3 Jahre.  Der Angeklagte muss aus dem rechtskräftigen Urteil außerdem 1.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.

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