08.August | Auch dieses Jahr wird es nicht das gewohnte Augsburger Friedensfest werden

Seit dem Jahr 1650 erinnert das Hohe Friedensfest mit einer nahezu lückenlosen Tradition an die nach dem 30- jährigen Krieg wiedererlangte konfessionelle Gleichstellung der protestantischen Christen, denen man die Ausübung ihres Glaubens untersagt hatte. Der Kern dieser Geschichte ist zeitlos aktuell und aus ihm leitet sich auch das heutige Verständnis der Friedensstadt ab: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden. „Die Augsburgerinnen und Augsburger sind zu Recht stolz auf ihren bundesweit einzigartigen Feiertag. Wir als Stadt sehen ihn als Auftrag und Ermutigung, das friedliche Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich zu
gestalten“, erklärt Oberbürgermeisterin Eva Weber.

21 08 04 Augsburger Hristian Menkel
Friedensgrüße im Annahof mit dem Runden Tisch der Religionen /

Vertreter*innen der Religionsgemeinschaften und Oberbürgermeisterin Eva Weber

(ganz rechts im Bild) © Christian Menkel

Dem Feiertag ist wie in den Jahren zuvor ein mehrwöchiges, partizipatives Kulturprogramm mit rund 70 Veranstaltungen vorangegangen, unter Beteiligung zahlreicher Partnerinnen und Partner. Inhaltlich widmete es sich in diesem Jahr dem Thema Fürsorge. „Das Interesse an der Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema war bemerkenswert. Das Thema der Fürsorge im weitesten Sinne brennt vielen unter den Nägeln. Wir konnten interessante Facette der Fürsorge in ganz unterschiedlichen Formaten aufzeigen und hoffen, dass die Ideen und Anstöße weitergetragen und bestenfalls umgesetzt werden“, sagt Christiane Lembert- Dobler, Leiterin des Friedensbüros der Stadt Augsburg, die für das Programm verantwortlich ist.

#friedenteilen: Picknicks im Stadtgebiet symbolisieren friedliches Miteinander

Aufgrund der Corona-Pandemie kann das traditionelle Miteinander einer offenen und toleranten Stadtgesellschaft bei der großen Friedenstafel auf dem Rathausplatz in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Das Friedensbüro lädt aber alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, kleinere, dezentrale Friedenspicknicks mit der Familie, der Hausgemeinschaft oder dem Freundeskreis zu veranstalten. Ein verbindendes Moment für die Picknicks sind die gebackenen Friedenstauben, die es sonst üblicherweise als symbolisches Geschenk der Stadt an die Besucherinnen und Besucher der Friedenstafel gibt. Das Gebäck kann stattdessen an verschiedenen Ausgabestationen abgeholt werden (s.u.). Eine weitere Verbindung der Picknicks gibt es im Netz: einfach Bilder der Picknicks auf Instagram und Twitter mit #friedenteilen posten oder mit @friedensstadt.augsburg taggen. Die Bilder werden dann auf der Seite www.augsburg.de/friedenteilen als digitale Friedenstafel vereint.

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Friedenstaube Gebäck (Aufnahme vom Friedenspicknick 2020) © Anette

Zöpf

Festprogramm mit Gottesdiensten, Friedensgrüßen und Konzerten

Eingeleitet wird der Feiertag schon am Vorabend mit einem multireligiösen Friedensgebet, zu dem die Vertreterinnen und Vertreter der Augsburger Religionsgemeinschaften am 7. August um 19 Uhr in den Annahof einladen. Der Ökumenische Festgottesdienst findet am 8. August um 10.00 Uhr in der Annakirche unter Mitwirkung des Madrigal- und Posaunenchores statt. Festprediger wird sein: Prof. Dr. Josef Freitag (Erfurt). Im Anschluss daran werden gegen 11:30 die Friedensgrüße von Oberbürgermeisterin Eva Weber und den
Religionsgemeinschaften auf dem Annahof übermittelt und mit Musik des Uli Fiedler Trios umrahmt. Wer bei den Friedensgrüßen dabei sein möchte, kann Plätze über https://friedensstadt-augsburg.reservix.de/events reservieren – auch auf der Terrasse des Anna Cafés, das aus diesem Anlass geöffnet hat. Die Friedensgrüße und das Friedensgebet finden bei jedem Wetter statt.

Den musikalischen Höhepunkt am Hohen Friedensfest setzt das Festkonzert in der Kirche St. Anna mit Werken von Johann Sebastian Bach (1685-1750) (Orchestersuite Nr. 4 D-Dur BWV 1069 Kantate »Nimm von uns, Herr, du treuer Gott«, Kantate »Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben« BWV 102, Orchestersuite Nr. 3 DDur BWV 1068) mit dem Münchner Bach-Trompetenensemble, der Capella St. Anna und dem Augsburger Motettenchor. Leitung: Christian Barthen.

Kinderfriedensfest mit dezentralen Workshops und Aktionen

Das Kinderfriedensfest findet in diesem Jahr nicht als großes Ereignis im Zoo und Botanischen Garten statt, sondern mit kleineren, dezentralen Workshops und Aktionen in der gesamten Vorwoche bis zum Hohen Friedensfest. Am Feiertag selbst gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die Arbeit der Malteser kennen zu lernen, im Botanischen Garten gibt es einige Angebote, auch das Märchenzelt ist mit einem Beitrag beteiligt und sogar das große, aus Menschen gestellte Peace-Zeichen soll unter Einhaltung der Abstandsregeln entstehen. Alle Angebote des Kinderfriedensfests bis zum 8. August gibt es auf der Ferienprogramm-Webseite der Kommunalen Jugendarbeit, www.tschamp.de

Das Festprogramm zum Augsburger Friedensfest