10 Jahre nach dem Augsburger Polizistenmord – Gedenkfeier für Mathias Vieth am Hochablass

Anlässlich des 10. Todestags von Polizeihauptmeister Mathias Vieth hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gestern gemeinsam mit Angehörigen sowie Kolleginnen und Kollegen Vieths der schrecklichen Ermordung gedacht. Auf der Gedenkveranstaltung am Tatort des Augsburger Polizistenmordes im  Siebentischwald haben Landespolizeidekan Andreas Simbeck und Kirchenrätin Marion Seidel unweit des Hochablasses eine Gedenktafel gesegnet, die an einem Gedenkstein angebracht ist. Außerdem legten der Innenminister und Polizeipräsident Michael Schwald am Gedenkstein einen Kranz nieder.

Mathias Vieth 1.Jpeg
Am 28. Oktober 2011 wurde Polizeihauptmeister Mathias Vieth (41) bei einer Polizeikontrolle von zwei Schwerverbrechern kaltblütig erschossen. | Foto: Wolfgang Czech

„Wir werden Mathias Vieth niemals vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, betonte Herrmann, dem die Tat immer noch sehr nahegeht. „Er war ein Polizist mit Leib und Seele, hochengagiert und hilfsbereit.“

Am 28. Oktober 2011 wurde Polizeihauptmeister Mathias Vieth (41) bei einer Polizeikontrolle von zwei Schwerverbrechern kaltblütig erschossen. Er zählt damit zu den 64 Polizisten, die seit 1945 in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben durch eine Gewalttat verloren haben. Seine damals 30-jährige Streifenkollegin erlitt einen Streifschuss. Die Polizei konnte die Täter, ein Brüderpaar, zwei Monate später festnehmen. Sie wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Immer mehr Gewalttaten gegen Polizisten

Der Innenminister beklagte die seit Jahren zunehmende Gewalt: „Unsere Polizistinnen und Polizisten werden immer häufiger angegriffen.“ Mit rund 8.600 Fällen physischer und psychischer Gewalt gab es 2020 laut Herrmann einen neuen traurigen Höchststand in Bayern. Mehr als die Hälfte der Angriffe waren körperliche Gewalt (4.746, +5,4 Prozent). 2.809 Polizistinnen und Polizisten wurden dadurch verletzt (+8,2 Prozent). Sechs Angriffe auf Polizeibeamte mussten sogar als versuchte Tötungsdelikte eingestuft werden, drei mehr als 2019.

„Es ist erschütternd, mit welchem Hass und mit welcher Brutalität unsere Polizistinnen und Polizisten oftmals konfrontiert werden“, erklärte der Innenminister. „Wir müssen bestmöglich diejenigen schützen, die tagtäglich uns schützen!“ Dazu gehören nach Herrmanns Worten vor allem harte Strafen für die Gewalttäter. Außerdem habe der Freistaat in den vergangenen Jahren mit rund 120 Millionen Euro erheblich in die Ausstattung der bayerischen Polizeikräfte und damit auch in deren Schutz investiert. Neben der neuen Uniform sowie der ballistischen Schutzausrüstung wurden beispielsweise für alle Einsatzkräfte neue Einsatzstöcke und neue Dienstpistolen SFP9 beschafft. Außerdem hat die Bayerische Polizei seit Ende letzten Jahres bayernweit mehr als 1.700 Body Cams im Einsatz.

Deshalb sind die Deutschen keine mutigen Gründer