13- jähriger Junge nach OP verstorben – Ehemalige Hessingärzte müssen vor Gericht

Die Beschwerdekammer des Landgerichts Augsburg hat am 11.12.2014 beschlossen, einer  Beschwerde der Augsburger Staatsanwaltschaft statt zu gegeben. Diese forderte die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die seinerzeit an den Hessing-Kliniken tätigen Ärzte Prof. Dr. W. und Dr. P.. Gegen einen ursprünglich mit angeklagten Kinderarzt, sah auch das Landgericht keinen hinreichenden Verdacht. Bei einem weiteren Operateur hatte die Staatsanwaltschaft ihre Beschwerde zurückgezogen. Eine Entscheidung war somit nicht mehr notwendig.

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Die Beschwerdekammer legte dar, dass die Voraussetzung zur Eröffnung eines Hauptverfahrens ein hinreichender Tatverdacht bereits dann gegeben ist, wenn ein Freispruch ebenso wahrscheinlich wie eine Verurteilung ist. Bei komplexen Fällen wie diesem könne das  Amtsgericht eine Entscheidung erst nach lückenloser Aufklärung in einer Hauptverhandlung treffen.

Den Ärzten wird keine fehlerhaft durchgeführte Operation zur Last gelegt, sondern ein mögliches anschließendes ärztliches Fehlverhalten. Im April 2010 hatten die vier Ärzte einen Jungen aus dem Raum Pfaffenhofen operiert. Er litt an einer stark verkrümmten Wirbelsäule. Als Fixateurs wurde ihm eine sogenannte Pendelscharaube im Brustwirbelbereich angebracht. Diese Schraube verletzte eine Schlagader, der Schüler verstarb an einem sogenannten Blutungsschock. Nicht das fehlerhafte Anbringen der Schraube, sondern das Ausbleiben einer anschließenden Kontrolle mittels Computertomographie wird den Ärzten zur Last gelegt. Selbst als der Patient über Magenschmerzen klagend im Klinikum untersucht wurde konnte eine Verletzung nicht festgestellt werden, so heißt es. Die lebensbedrohliche Situation des Jungen wurde nicht festgestellt. Er verstarb wenig später.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich vier Ärzte für den Tod eines 13jährigen im April 2010 verantwortlich gemacht. Nach der Entscheidung des Landgerichts werden sich nun zwei der Ärzte vor Gericht verantworten müssen.