130.000 Jobs in Freien Berufen bedroht

Selbstständige Freiberufler befürchten im kommenden halben Jahr einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben) berichten. Demnach gaben acht Prozent der rund 1.300 Befragten an, im aktuellen Jahr bereits Stellen abgebaut zu haben.

130 000 Jobs In Freien Berufen BedrohtBlick vom Zahnarzt-Patientenstuhl, über dts Nachrichtenagentur

Mindestens 130.000 Arbeitsplätze seien im nächsten halben Jahr bedroht, heißt es weiter. Insgesamt gab jeder vierte Befragte an, dass sich die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe. Für jeden fünften Freiberufler ist sie allerdings den Daten zufolge noch schlechter geworden.

„Das gilt besonders für die freien Kulturberufe, solo-selbstständige Freiberufler, kleine Freiberufler-Einheiten mit bis zu fünf Mitarbeitern und ganz junge Unternehmen“, sagte Wolfgang Ewer, Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe, den Funke-Zeitungen. Gespalten zeigt sich das Bild auch bei den Auftragsrückgängen und der Arbeitsauslastung: 7,7 Prozent berichteten von einem Auftragsrückgang von mehr als 50 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte der Wert mit 11,1 Prozent allerdings noch höher gelegen. Jeder vierte Freiberufler gab an, dass seine Arbeitsauslastung während der Pandemie gesunken sei.

Dagegen ist sie den Daten zufolge bei jedem zweiten Befragten gestiegen – was aber vor allem an der Bürokratie liegt. Bürokratischen Aufwand nannten 55,1 Prozent der Befragten als Grund für die Auslastung. Bei rund jedem Zweiten habe es aber auch einen gestiegenen Beratungsbedarf bei Patienten, Mandanten oder Kunden gegeben. Knapp jeder Vierte rechnet damit, dass die Arbeitsbelastung bis zum Ende des Jahres wieder sinken wird.

Verunsichert zeigte sich jeder zweite Freiberufler aufgrund möglicher Corona-Maßnahmen im kommenden Herbst. BFB-Präsident Ewer mahnte in Richtung Politik, bei Bedarf bei den Hilfen nachzusteuern. „Mit der verlängerten und verbesserten Neustarthilfe etwa hat die Bundesregierung bereits wichtige Impulse gegeben“, sagte Ewer.