Zeitumstellung | Bayerische Europaabgeordnete begrüßen Juncker-Ankündigung

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte am 31. August 2018 an, die Zeitumstellung abschaffen zu wollen. Bei einer Umfrage der Europäischen Kommission hatte sich die Mehrheit der über 4,6 Millionen teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger (etwa 80%) für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. 3 Millionen Stimmen davon kamen alleine aus Deutschland.

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Der schwäbische CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber, erklärte dazu:

„Das Ergebnis der öffentlichen Konsultation war so eindeutig, wie es nur sein könnte. Die Menschen haben eine Zeitumstellung, die keinen Mehrwert, aber dafür viele Probleme schafft, satt. Die Zeitumstellung ist überfällig und ich freue mich, dass die Kommission die Zeichen der Zeit nun erkannt hat. Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg des Europäischen Parlaments und der vielen engagierten Bürger, die sich für ein Ende der Zeitumstellung eingesetzt haben. Das Europäische Parlament ist bereit schnell und konstruktiv eine Abschaffung der Zeitumstellung auf den Weg zu bringen. Wenn die Kommission ihren Gesetzesvorschlag nun zügig dem Gesetzgeber übermittelt, kann die Zeitumstellung bereits im kommenden Jahr der Geschichte angehören.“

Und auch die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl (Rosenheim) begrüßt den Vorstoß des EU-Kommissionspräsidenten: „Dies zeigt, dass die EU die Menschen ernst nimmt. Es wird viel zu oft von ‚denen in Brüssel, die über die Bürgerinnen und Bürger hinweg entscheiden‘ gesprochen. Doch Brüssel nimmt den Willen der europäischen Bevölkerung ernst und sieht eine aktive Bürgerbeteiligung dafür als Grundlage. “

Bei der Zeitumstellung gäbe es jedoch eine Hürde, so Noichl. „Es müssen alle 27 EU-Staaten einheitlich die Abschaffung der Zeitumstellung vollziehen. Für den Binnenmarkt ist eine einheitliche Regelung von zentraler Bedeutung“, machte Noichl deutlich.

Hintergrund:

Aufgrund der Ölkrise war die Umstellung zur Sommerzeit in den 70er Jahren eingeführt worden. Man hoffte so, mehr Energie sparen zu können. In Deutschland gibt es die heutige Form der Zeitumstellung seit 1980. In allen EU-Ländern wird seit 1996 einheitlich am letzten Sonntag im März die Uhr eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder eine Stunde zurückgestellt.

Das Europäische Parlament hatte die Europäische Kommission zu Beginn des Jahres zu einer Überprüfung der Regelung zur Zeitumstellung aufgefordert. Die Europäische Kommission hat vom 4. Juli 2018 bis zum 16. August 2018 eine öffentliche Umfrage durchgeführt, bei der sich über 80 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer für eine Abschaffung der Umstellung ausgesprochen haben.