Fast 300 gekrönte Häupter sind heute zur Eröffnung der diözesanen Sternsingeraktion nach Schrobenhausen gekommen. Zu ihnen sagte Bischof Bertram Meier stellvertretend für alle Sternsinger im Bistum: „Wunderbar, dass ihr, liebe Sternsinger, den Segen Gottes, der selbst als Kind ganz klein und wehrlos zur Welt kam, zu den Menschen bringt und zugleich Geld sammelt für Projekte, mit denen der Kinderschutz in vielen Ländern der Erde verbessert werden kann.“

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Knapp 300 Sternsinger aus dem Bistum Augsburg ziehen durch die Stadt Schrobenhausen und machen auf die Rechte von Kindern aufmerksam. (Foto: Viktoria Zäch/pba)

„Das Sternsingen ist eine Mission der Kirche und dafür sagen wir alle Danke!“ ergänzte Bischof Bertram den Startschuss. In seiner Predigt spannte der Bischof den Bogen zwischen der Bedeutung der Kinder in der Bibel und dem Motto der diesjährigen Aktion. „Die Kleinsten und Schwächsten sind bei Gott ganz groß! Daraus ergibt sich für uns alle, besonders aber für die Erwachsenen, der Auftrag, Kindern in der Nachfolge Jesu stets den nötigen Respekt entgegenzubringen und ihre Würde zu achten. Mehr noch, als Christinnen und Christen müssen wir uns aktiv einsetzen, dass Kinder weltweit besser geschützt werden.“ Denn „Kinder haben Rechte! […] Und diese Rechte – wie Sicherheit, eine gute gesundheitliche Betreuung oder Bildung – müssen geachtet und verteidigt werden!“

 

Unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“ rücken die Sternsinger den Schutz von Kindern vor Gewalt in den Mittelpunkt und machen auf Mädchen und Jungen aufmerksam, die unter physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt leiden. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich eine Milliarde Kinder und Jugendliche Gewalt ausgesetzt sind – das ist jedes zweite Kind. Diese schweren Verletzungen des Kinderschutzes kommen in allen gesellschaftlichen Schichten und in allen Ländern vor. Mädchen und Jungen armer Regionen und in Notsituationen werden zudem Opfer von organisierter Kriminalität und systematischer Ausbeutung. Die Aktion bringt den Sternsingern nahe, dass Kinder überall auf der Welt ein Recht auf Schutz haben – im Beispielland Indonesien genauso wie in Deutschland. Die Tradition des Dreikönigssingen in dieser Form gibt es weltweit bereits seit 1959 und gilt als die global größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder engagieren.

Die diözesane Sternsingeraktion begann mit der Eröffnungsfeier in der Turnhalle der Maria Ward-Realschule und endete nach einem bunten und „königlichen“ Zug durch die Stadt mit einem feierlichen Gottesdienst mit Bischof Bertram in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Schrobenhausen. Die Kirche war mit zahlreichen bunten Sternen dekoriert. Auf diesen Sternen haben Kinder drauf geschrieben, was sie machen, wenn sie Angst haben oder was ihnen Angst macht. Rund um den Dreikönigstag am 6. Januar machen sich – nach zweijähriger Pause – zahlreiche Sternsingergruppen auf den Weg und bringen den Segen in die Häuser.

Img 2428 Bischof Bertram Meier Eroeffnet Die Sternsingeraktion Foto Viktoria Zaech Pba
Bischof Dr. Bertram Meier eröffnet die Sternsingeraktion für das Bistum Augsburg. (Foto: Viktoria Zäch/pba)

Im letzten Jahr beteiligten sich im Bistum Augsburg Mädchen und Jungen aus 890 Pfarreien an der Sternsingeraktion, womit die Diözese bundesweit an der Spitze lag. Sie sammelten insgesamt 2.264.410,72 €. Weltweit kann dadurch Kindern und Jugendlichen geholfen werden (im Jahr 2021: 1299 Projekte).

Verantwortlich für die diözesane Sternsingeraktion sind die Abteilung Weltkirche des Bistums Augsburg, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband Augsburg (BDKJ) und das Ministrantenreferat des Bischöflichen Jugendamts.

Hygieneschutz-Empfehlung

Die Freude ist groß, dass in diesem Jahr die Sternsinger wieder den Segen von Haus zu Haus bringen dürfen. Auch wenn in Bayern die meisten gesetzlich vorgeschriebenen Hygieneschutzregeln aufgehoben wurden, sind viele Menschen aber noch unsicher und sehr vorsichtig beim Kontakt mit anderen Personen. Aus Rücksicht empfiehlt die Abteilung Arbeits- und Gesundheitsschutz des Bischöflichen Ordinariates zusammen mit der Abteilung Verwaltungsorganisation daher bei der kommenden Sternsingeraktion ein paar Grundregeln einzuhalten, im Besonderen:

– Wohnungen und Privaträume nur nach Aufforderung durch die Bewohner zu betreten

– Vorsorglich an der Haustüre den Mindestabstand von 1,5 Meter zu den Bewohnern einzuhalten

– die Bewohner fragen, ob Singen erwünscht ist

Das ausführliche Hygienekonzept wird an die Verantwortlichen in den Pfarreien geschickt.