Coronavirus in Augsburg – Alten- und Pflegeheime werden besonders geschützt

Ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen haben laut Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren, zum Teil tödlichen COVID-19-Krankheitsverlauf. Deshalb gilt es, Risikogruppen generell und die Alten- und Pflegeheime besonders vor einem Ausbruchsgeschehen und einer Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Die Stadt Augsburg unterstützt alle Träger im stationären und ambulanten Bereich und steht mit ihnen im engen, fachlichen Austausch.

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In allen Altenheimen gelten besondere Massnahmen | Foto : Wolfgang Czech

„Wir haben den Krisenstab Altenhilfe als regelmäßig tagendes Gremium vor drei Wochen eingerichtet, um bestmöglich im sensiblen Bereich der stationären Einrichtungen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie zusammen zu arbeiten. Die Stadt Augsburg ist dabei das Bindeglied zwischen den Trägern, dem Freistaat Bayern und der Kassenärztlichen Vereinigung, um zum Schutz der Bewohnenden sowie der Mitarbeitenden schnellstmöglich praktikable Lösungen umzusetzen“, so Ordnungs- und Gesundheitsreferent Dirk Wurm.

In zwei von 26 Augsburger Altenheimen haben sich bisher Bewohnerinnen und Bewohner infiziert: Zehn Erkrankungsfälle wurden bestätigt, darunter ein Todesfall am 04. April. In beiden Heimen haben die Träger gemeinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt umgehend die nötigen Schutzmaßnahmen ergriffen: Die betroffenen Stationen wurden unter Quarantäne gestellt, Personal und Bewohnern wurden durch das Gesundheitsamt und die kassenärztliche Vereinigung umfangreich getestet. Zum Teil stehen die Ergebnisse noch aus. 

In einem Heim konnten bereits alle Bewohner untersucht werden: Alle am 30. März durchgeführten Tests waren negativ.

„Die Alten- und Pflegeheime wie auch die ambulanten Pflegedienste in der Stadt Augsburg sind fachlich und organisatorisch gut aufgestellt. In jedem Haus gibt es eigene, auf die Situation abgestimmte Lösungen zum Umgang mit der Gefahr einer Verbreitung des Virus. Wir schätzen den starken Einsatz unserer Augsburger Pflegeeinrichtungen sehr und stehen wo immer möglich ihnen zur Seite“, betont Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer.

„Die staatlichen Hilfslieferungen mit Schutzausstattung des Freistaats Bayern wurden an alle Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt. Darüber hinaus beschafft die Führungsgruppe
Katastrophenschutz der Stadt Augsburg weitere Masken, Desinfektionsmittel und Schutzkleidung und stimmt die Verteilung an Einrichtungen der medizinischen Versorgung ab“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, in seiner Funktion als Vorsitzender der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Augsburg.