60 Jahre nach dem „Wunder von Bern“ trifft Deutschland auf Frankreich

Deutschland gegen Frankreich, schon oft hat es dieses Duell gegeben. Doch selten war es so richtungsweisend wie heute. Wohin fährt der „Zug“ für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw? Nur der Sieger kommt ins WM- Halbfinale, mit einem Sieg kann er die Kritik der letzten Spiele verstummen lassen. 

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Lukas Podolski kann wieder lachen. Er ist wieder fit. | Foto: https://twitter.com/Podolski10

Am 60. Jahrestag des WM- Triumphs gegen Ungarn bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz kann das deutsche Team auch heute wieder wichtiges erreichen. Natürlich wird man nicht wie die 1954er-Elf von Kapitän Fritz Walter ein in der Depression liegendes Nachkriegsdeutschland mit Selbstwertgefühl ausstatten und echte Impulse auf ein ganzes Volk ausüben. Die heutige Truppe kann aber zumindest zeigen, dass sie den Charakter besitzt um sich nach einer eher schwachen Leistung gegen Algerien auch gegen ein europäisches Topteam durchzusetzen.

Trotz des Ausfalls von FC Bayern-Superstar Franck Ribery, immerhin dritter bei der Wahl zum Weltfußballer, stehen in Frankreichs Equipe zahlreiche Stars mit internationalem Renommee wie Angreifer Karim Benzema von Champions League-Sieger Real Madrid oder Torhüter Hugo Lloris (Tottenham), sowie „Welttalente“ wie der 21 jährige Paul Pogba (Juventus).

Es wird also keine leichte Aufgabe, die heute auf die „Deutschland-Adler“ wartet, zumal Löw mit einigen Sorgenkindern zu kämpfen hat. Zwar meldeten sich die zuletzt angeschlagenen Hummels und Podolski wieder zurück, dennoch werden neben dem verletzten Mustafi möglicherweise weitere Spieler nicht zu Verfügung stehen. Zahlreiche DFB-Akteure leiden nach den ständigen Klimawechseln an Erkältungen, fast ein Drittel des Teams klagt über Halsschmerzen. Auf eine mögliche Änderung der Aufstellung mit einer Rückkehr zur Doppelsechs Schweinsteiger/Khedira angesprochen sagte Löw auf der Pressekonferenz: „Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira haben sich nach dem Achtelfinale ganz gut erholt. Beide sind im Vollbesitz ihrer Kräfte.“ Ob auch auf der rechten Verteidigerposition umgestellt wird, und Lahm wie zuletzt in der zweiten Hälfte gegen Algerien wieder hinten agieren wird, lies er offen. Dies bleibt weiterhin eine spannende Frage, bis heute um 18 Uhr der Ball rollen wird im Maracana zu Rio de Janeiro.

„Ich will mich nicht für den WM-Titel entschuldigen müssen!“, hatte Müller auf der PK gesagt, dazu muss heute ein Sieg folgen.