Baden-Württemberg: Luftrettung für Covid-19-Patienten

Notärzte in der Luftrettung sind in der Corona-Krise besonders gefragt. Anästhesistin Gerhild Gruner ist drei bis vier Mal im Monat mit Christoph 111 vom Baden-Airport bei Karlsruhe aus unterwegs. Im Frühjahr transportierten sie und ihr Team im Helikopter der DRF Luftrettung viele schwer kranke Covid-19-Patienten aus Frankreich zu deutschen Kliniken und nach erfolgreicher Versorgung wieder zurück.

Gerhild Gruner, Anästhesistin «Die Probleme sehe ich hier, dass wir einen deutlich erhöhten Hygiene- und Zeitaufwand haben mit Corona-Patienten. Man muss sich anziehen, Schutzkleidung anziehen, Schutzkleidung wieder ausziehen. Das dauert länger und wir sind dadurch auch länger mit jedem Patienten gebunden, als wenn man einen Patienten transportiert, der nicht infektiös ist.» Viel Zeit haben die Luftretter nicht: Aufgrund von Klinikschließungen müssen immer mehr Notfallpatienten in entfernte Krankenhäuser gebracht werden. Kliniken wünschen sich außerdem eine zentrale, gleichmäßige Verteilung von Covid-19-Patienten – wofür die Helikopter infrage kämen. Diese haben den Vorteil, dass sie längere Strecken schnell überwinden können. Bei Notfallpatienten können Minuten über Leben und Tod entscheiden.

Die Zahl der Covid-19-Einsätze der DRF Luftrettung lag im ersten Halbjahr 2020 deutschlandweit bei 300. Allein in Baden-Württemberg waren die Luftretter der DRF im vergangenen Jahr rund 9200 mal im Einsatz.