Das war nichts für schwache Nerven, was die gut 500 Zuschauer am vergangenen Freitagabend in der Sonthofner Eissporthalle zu sehen bekamen. Mit Reichersbeuern empfing der ERC den amtierenden Landesligameister. Die Oberbayern hatten sich für diese Partie einiges vorgenommen, um die 4:6-Niederlage gegen den ERC Anfang November vergessen zu machen. Sonthofen trat ohne Phillip Stalla, Ben Tenzer, Kevin Adebahr, Dustin Ottenbreit, Ondrej Havlicek und Jonas Gotzler an.

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RC Goalie Fabian Schütze und Verteidiger Aaron Grillinger Foto: Bettina Brunne

Das Spiel begann auf beiden Seiten dominant, keines der beiden Teams wollte zurückstecken. Sonthofen kam in der Anfangsphase zweimal gefährlich vor den Kasten von Gästegoalie Kilian Haltmair, der sich aber zu helfen wusste. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Je zwei Überzahlspiele auf beiden Seiten brachten zwar einige Chancen, aber keine Treffer, sodass es torlos in die Drittelpause ging.

Im Mittelabschnitt hatten die Gäste spielerische Vorteile. Sonthofen musste zu Beginn des Drittels alles in die Waagschale werfen, um nicht in Rückstand zu geraten. Die Gäste -die mit nur dreizehn Feldspielern angereist waren- kamen immer wieder gefährlich vor das ERC-Tor und scheiterten an Goalie Fabian Schütze, der wieder eine überragende Leistung bot. Wie schon in der letzten Partie fischte er die Scheibe völlig unaufgeregt ein ums andere Mal aus dem Spiel und hielt so seinen Vorderleuten den Rücken frei. Gute sechs Minuten vor Drittelende dann die Schlüsselszene. ERC-Stürmer Kristof Spican wurde nach einem Körperkontakt mit einem gegnerischen Stürmer zum Unmut der anwesenden Fans zu einer fünfminütigen Strafzeit und der daraus resultierenden Spieldauerdisziplinarstrafe verdonnert. Reichersbeuern hatte nun das Momentum auf seiner Seite und ging drei Minuten vor der Pause durch Peter Fischer mit 1:0 in Führung.

Auch im Schlussabschnitt ließ keines der beiden Teams nach. Hüben wie drüben gab es gute Chancen. Eine dieser Möglichkeiten ließ sich Sonthofens Robin Berger nicht entgehen. Er fälschte während einer Überzahlsituation den von Alexander Henkel hoch eingeschlenzten Puck vor dem Tor zum viel umjubelten Ausgleichstreffer ab. Die Partie war jetzt wieder völlig offen, blieb aber bis zum Ende unentschieden, sodass es mit einem Drei gegen Drei in die Verlängerung ging. Sonthofen war in dieser spielbestimmend. Dann der Schockmoment: Neuzugang Valentin Köcheler schickte Alexander Henkel mit einem feinen Zuspiel alleine auf das Gästetor. Kurz vor Henkels Torabschluss wurde er von hinten mit dem Schläger angegangen, viel nach vorn und kollidierte mit beiden Knien mit dem linken Torpfosten. Das Tor riss aus der Verankerung und Henkel blieb auf dem Eis liegen. Einer der beiden Unparteiischen entschied sofort auf Tor für Sonthofen, nahm seine Entscheidung aber nach Rücksprache mit seinem Kollegen zurück und sprach einen Penalty für den ERC aus, den die Schwarz-Gelben allerdings ungenutzt ließen. 23 Sekunden später nutzte Reichersbeuern ein unsauberes Sonthofner Zuspiel für einen Alleingang, den Schütze noch abwehren konnte, ehe Paul Stauffert den abprallenden Puck zum 1:2-Endstand ins Tor schob. Dem ersten Vernehmen nach hatte Alexander Henkel Glück im Unglück und blieb von einer schwerwiegenden Verletzung verschont.

Im anschließenden Interview bescheinigte ERC-Coach Helmut Wahl seinen Mannen eine gute Moral und trotz der Niederlage eine tolle Leistung. Der nächste Programmpunkt findet für den ERC am Sonntag in Lechbruch statt. Spielbeginn ist dort um 16 Uhr.

Klaus Ottenbreit