Rund um Pfingsten ist laut ADAC Südbayern auf den bayerischen Autobahnen wieder Nervenstärke gefragt. Auch wenn nicht alle Bundesländer ausgedehnte Pfingstferien haben, lockt ein verlängertes Pfingstwochenende Reisende aus ganz Deutschland auf die Straßen. Bereits ab dem Freitagnachmittag ist mit starkem Reiseverkehr zu rechnen. Ebenso wird es am Samstag vor allem auf den Autobahnen Richtung Süden voll. Ab Montag ist dann auch die Gegenrichtung betroffen: Diejenigen, die für ein verlängertes Pfingstwochenende aufgebrochen sind, bewegen sich dann wieder Richtung Heimat.Regionalclubs Suedbayern Sommerbaustellen Staustrecken 2023

Bereits in den Osterferien und am vorangegangenen Christi Himmelfahrts-Wochenende hat sich gezeigt, die Reisezahlen nähern sich weiter dem Vor-Corona-Niveau. Dem tun auch gestiegene Preise keinen Abbruch.

Ungebremste Reiselust trotz Preiserhöhungen

Nach wie vor sind die Preise an den Zapfsäulen gemessen am Rohölpreis zu hoch. Zudem dürften sie angesichts der Reisewelle weiter ansteigen. Auch bei Hotels, Restaurants und Freizeitaktivitäten müssen Pfingstreisende weiterhin tief in die Tasche greifen. Hotels haben bereits im vergangenen Jahr ihre Preise deutlich erhöht. Gleiches gilt für Pauschalreisen, die auch dieses Jahr noch einmalangezogen haben. Für Flüge werden nach ADAC Analyse sogar bis zu 46 Prozent mehr fällig. „Angesichts der deutlich gestiegenen Flugpreise gehen wir davon aus, dass einige bei ihrer Urlaubsplanung aufs Auto umschwenken. Die gestiegenen Preise dürften also eher zu mehr, denn zu weniger Verkehr Richtung Süden führen“, prognostiziert Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern.

Brenner erneut Hauptnadelöhr

Besonders eng dürfte es erneut am Brenner werden, wo insbesondere vier größere Bauvorhaben den Verkehr deutlich ausbremsen: Diese sind zum einen die Baustelle an der Luegbrücke kurz vor der Grenze zu Italien, zudem der Neubau der Ahrentalbrücke sowie die Erneuerung der Brücke Nösslach und die Sanierung der Schönbergkehre. Aber schon in Deutschland in Richtung Brenner ist an Pfingsten mit viel Stau und Stop-and-Go zu rechnen. Tirol hat bereits für Freitag und Samstag sowie an acht weiteren Tagen während der Pfingstferien Dosiertage für Lkw angesetzt, die für einen massiven Lkw-Rückstau auf der A93 bis auf die A8 sorgen und auch den Autoverkehr behindern werden. So ärgerlich dieser Rückstau ist, der ADAC ruft alle Autofahrer auf, zwingend auf der Autobahn zu bleiben. „Eine Umfahrung auf den Nebenstrecken bringt selbst unter optimalen Bedingungen kaum eine Zeitersparnis mit sich. Dafür sorgt sie aber für Verkehrschaos in den betroffenen Ortschaften“, so Kreipl. Und dieses Verkehrschaos ist weit mehr als nur ein Ärgernis für Anrainer. Wenn dadurch Rettungsdienst- oder Feuerwehreinsätzen behindert werden, ist es lebensbedrohlich.

In Tirol und Salzburg gelten an Pfingsten zudem Abfahrtssperren. Reisende auf der Durchreise dürfen die Autobahn nicht verlassen. Dadurch soll der überregionale Reiseverkehr auch im Falle eines Staus auf den Hauptrouten gehalten werden. Der ADAC appelliert nachdrücklich an Autofahrer, diese einzuhalten. Die Sperren werden überwacht und es drohen Bußgelder.

Weitere Baustellen und Staustellen im Überblick

Nicht nur am Brenner, auch auf bayerischen Autobahnen wird der Verkehr an Pfingsten durch Baustellen ausgebremst. Zudem ist die Staugefahr an einigen neuralgischen Stellen wieder besonders groß.

Sommerbaustellen: Hier wird es eng auf bayerischen Autobahnen

A3 Nürnberg – Passau; beide Richtungen zwischen Regensburg-Ost und Kreuz Regensburg
A8 München – Salzburg, beide Richtungen bei Holzkirchen
A92 Deggendorf – München; zwischen Landshut-West und Moosburg-Nord
A95 München – Garmisch-Partenkirchen; beide Richtungen zwischen Raststätte Höhenrain und Sindelsdorf
A95 München – Garmisch-Partenkirchen; beide Richtungen zwischen Anschluss B2 und Eschenlohe
A99 München-Nord – München-Süd; beide Richtungen zwischen Aschheim/Ismaning und Kreuz München-Ost

Staustellen: Hier herrscht besonders große Staugefahr:

A3 Regensburg – Passau
A7 Ulm – Füssen
A8 Ulm – München – Salzburg
A9 Nürnberg – München
A93 Inntaldreieck – Kufstein
A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
A99 Umfahrung München

Tipps gegen den Staufrust

Um Staufrust von vornherein in Grenzen zu halten, rät der ADAC Autofahrern, die staureichen Wochenenden zu meiden und ihre Urlaubsreise nach Möglichkeit an einem anderen Wochentag anzutreten. Wer dazu nicht die Möglichkeit hat, sollte an ausreichend Reiseproviant sowie Spielsachen für Kinder denken und großzügig Pausen einplanen. Außerdem rät ADAC Verkehrsexperte Kreipl dazu, sich vor der Abfahrt mit der Fahrtroute und eventuellen Alternativen vertraut zu machen. Rein auf das Navigationsgerät zu vertrauen, ohne die Strecke zu kennen, davon hält der Experte nichts. „Im Vorfeld mehr Zeit in die Reisevorbereitung zu stecken, kann während der Reise eine deutliche Zeit-ersparnis bedeuten“, so Kreipl. Ebenso sollte das Auto entsprechend vorbereitet werden: Reifen auf Schäden und Luftdruck überprüfen (an höheres Gewicht anpassen) und Flüssigkeiten wie Kühlwasser, Öl und Scheibenwasser checken. Besonders wichtig ist eine gute Reiseplanung für Autofahrer, die mit dem E-Auto in den Urlaub fahren. Neben der Streckenplanung müssen sie sich unter anderem über die Lademöglichkeiten auf der Strecke informieren, um entspannt ans Ziel zu kommen. [Anmerkung der Redaktion: Beachten Sie dazu auch unsere gesonderte Pressemeldung „In den Urlaub mit dem Stromer“. Diese finden Sie in unserem Medienportal]

Stets aktuelle Infos zur Verkehrslage gibt es auf adac.de/verkehr/verkehrsinformationen, auf maps.adac.de sowie in der ADAC Trips-App. Zudem sind ab Pfingsten auch wieder die ADAC Stauberater unterwegs und begleiten staugeplagte Urlauber mit wichtigen Infos und Tipps auf den Weg in Richtung Süden und wieder zurück.