Adelsexperte glaubt nicht an bürgerliche Harry und Meghan

Rolf Seelmann-Eggebert, langjähriger Journalist der ARD und Kenner der europäischen Königshäuser, glaubt an die Zukunft der britischen Monarchie – obwohl Prinz Harry und dessen Frau Meghan kürzlich ankündigten, von ihren königlichen Pflichten zurückzutreten und finanziell unabhängig werden zu wollen. „Ich sehe das britische Königshaus nicht gefährdet. Die Queen hat das unglaublich klug gelöst“, sagte Seelmann-Eggebert „Zeit-Online“.

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„Sie hat dafür gesorgt, dass es keinen wirklichen Bruch gab – und Prinz Harry hat sich darauf eingelassen.“ Der 82-Jährige hält die Pläne der beiden, den Titel „Sussex Royal“ als globale Marke für Kleidung und Lebensberatung zu nutzen, für unrealistisch: „Das kann der Palast den beiden eigentlich nicht durchgehen lassen. Über die Details dieser gewünschten Abnabelung soll übrigens erst im Frühjahr gesprochen werden. Da hat man noch mal die Möglichkeit, die beiden zur Ordnung zu rufen.“

Seelmann-Eggebert, der zahlreiche Mitglieder der europäischen Königshäuser persönlich traf und die meisten Royal-Hochzeiten im deutschen Fernsehen kommentierte, sagte, er habe ein „gespaltenes“ Verhältnis zu Herzogin Meghan. „Wenn eine Frau mit Überzeugungen in diesen Kreis eintritt, dann wird das vielleicht gut werden, dachte ich mir. Trotzdem weiß ich nicht, ob sie wirklich die richtige Frau für Harry ist. Die beiden definieren sich eben auch über Widerstand gegen Dritte.“

Seelmann-Eggebert, der betont, „kein Royalist“ zu sein, verteidigte die Staatsform Monarchie: Könige und Fürstinnen in Europa „nehmen eine Vorbildfunktion wahr, halten das Land zusammen, sind eine Garantie für Kontinuität in unsicheren Zeiten“, sagte der langjährige Journalist. „Wenn die Monarchie ihre Sache gut macht, ist sie eine Institution, die sich auch im 21. Jahrhundert sehen lassen und moralische Orientierung und Beständigkeit vermitteln kann.“ „Sorgenkind“ sei für ihn Spanien, sagte der Adelsexperte: „Die königliche Familie in Spanien hat interne Konflikte und tritt auch nach außen nicht stimmig auf.“ Dabei könne die Königsfamilie dort helfen, das Land auch mit Blick auf den Katalonienkonflikt zusammenzuhalten.