Der Vorstandsvorsitzende von Adidas, Kasper Rorsted, warnt die Fußball-Verbände vor einer drohenden Übersättigung der Fans. „Ich bin Fußballliebhaber, aber nach einer sehr langen Saison hat man irgendwann einen Punkt erreicht, an dem man sich eine Pause wünscht“, sagte Rorsted der „Welt am Sonntag“. Auch er habe sich beispielsweise das Finale der Nations League nicht angesehen. Adidas, über dts Nachrichtenagentur

„Irgendwann ist man übersättigt. Das geht vielen Fußballfans so“, so der Adidas-Chef weiter. Er sei der Meinung, „dass Qualität besser wäre als Quantität. Nicht nur bei der WM oder EM. Da wären weniger Mannschaften besser“, sagte Rorsted.

Das müsse man auch aussprechen dürfen. „Es wäre besser für den Sport, wenn mehr Handball, Biathlon oder Tennis im Fernsehen übertragen würde als Spiele der dritten Fußballliga – auch wenn es für unser Geschäft umgekehrt vielleicht sogar besser wäre“, so der Adidas-Chef. Er räumte ein, dass er den französischen Star Kylian Mbappé, der vom Konkurrenten Nike ausgestattet wird, gerne bei Adidas sehen würde.

„Natürlich hätten wir gern einen Mbappé unter Vertrag“, sagte Rorsted. Man habe besonders „in den Jahren 2013 und 2014 nicht das notwendige Glück“ gehabt, die „neuen, jungen Stars zu verpflichten. Wenn man ein, zwei Jahre nicht die Richtigen bekommt, dann leidet man später darunter, und das lässt sich nicht über Nacht ändern“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Um auch deutschen Vereinen die Verpflichtung teurer Stars zu ermöglichen, rät er dazu, die sogenannte 50+1-Regel aufzuheben, sodass Investoren auch Mehrheitsbeteiligungen an Fußballclubs erwerben könnten.