Ärztevertreter fordern mehr Impfangebote an Wochenenden

Ärztevertreter fordern mehr Impfangebote an den Wochenenden. „Die Menschen haben am Samstag und Sonntag Zeit und würden sich auch in viel größerer Zahl boostern lassen, wenn sie dafür nicht stundenlang in der Kälte anstehen müssten“, sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Man darf jetzt keine Kosten und Mühen scheuen, die Impfkampagne voranzubringen.“

Aerztevertreter Fordern Mehr Impfangebote An WochenendenImpfkabine, über dts Nachrichtenagentur

Es sei absolut richtig, bis Weihnachten etwa 30 Millionen Impfungen zu erreichen – das könne aber nur gelingen, wenn die Verteilung des Impfstoffs besser funktioniere, weitere Impfzentren reaktiviert würden und „wir auch am Wochenende impfen, was das Zeug hält“, so Johna. Bund und Länder hatten sich am 2. Dezember darauf verständigt, in den drei Wochen bis Weihnachten rund 30 Millionen Impfungen durchzuführen. Um das Ziel zu erreichen, müssten pro Woche 10 Millionen Impfungen erfolgen, pro Kalendertag damit mehr als 1,4 Millionen.

An Wochenenden aber sind derzeit viele Arztpraxen geschlossen. „Wenn es am Wochenende einen starken Abfall bei den Impfungen gibt, müsste das an den Werktagen entsprechend kompensiert werden“, warnte Johna. „Dann wäre der Durchschnittswert werktäglicher Impfungen ungleich größer. Also: Auf die Wochenenden kommt es an.“

Die Medizinerin appellierte zugleich an die Bundesbürger, sich solidarisch mit dem stark belasteten Klinikpersonal zu zeigen: „So schwer es jetzt in der Vorweihnachtszeit fällt – wir müssen unsere Kontakte reduzieren. Das sind wir auch denen schuldig, die in den Krankenhäusern mit einer echten Notlage konfrontiert sind.“ Die Situation auf den Intensivstationen sei vielerorts „untragbar“ geworden. „Die Krankmeldungen nehmen zu, es droht noch mehr Personal auszufallen, wenn die Überlastung weiter anhält.“

Dadurch leide auch die Versorgung von Patienten, die wegen anderer Erkrankungen im Krankenhaus behandelt werden müssten. „Wir haben eine handfeste Gesundheitskrise in diesem Land“, so Johna.