Der Corona-Virus hat das Land weiterhin im Griff. Die Maßnahmen schränken das öffentliche Leben ein, auch die Sportclubs sind massiv betroffen. Wir haben uns mit Lothar Sigl, dem Hauptgesellschafter der Augsburger Panther über die aktuelle Situation beim AEV ausgetauscht.

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Lothar Sigl | Archivfoto: Dominik Mesch

Presse Augsburg: Wie ist die „Corona-Lage“ bei der Panther GmbH aktuell? Gibt es betroffene Spieler/Mitarbeiter?

Lothar Sigl: Zum Glück sind wir gerade nicht betroffen. Natürlich sind alle angehalten, ihre Kontakte zu reduzieren, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Es gab in der Liga genügend warnenden Beispiele, wie schnell es gehen kann. Das hat alle nochmals zusätzlich sensibilisiert. Dazu testen wir sehr viel. Eine absolute Sicherheit kann das aber auch nicht geben.

Welchen Einfluss auf den Ablauf haben die zahlreichen Verschiebungen?

Lothar Sigl: Das hat natürlich einen Einfluss. Unser Trainerteam hat die Trainingsplanung angepasst, die Belastung muss jetzt ganz anders gesteuert werden. Dazu war Zeit, angeschlagene Spieler wie Scott Valentine und Wade Bergman wieder ans Team heranzuführen. Wir hoffen, dass wir personell bald wieder aus dem Vollen schöpfen können. Und die neuerliche Spielpause haben wir auch genutzt, um unsere Spieler von Mannschaftsarzt Dipl. med. Trivaks boostern zu lassen. Dazu wurden auch genesene Akteure erstmalig geimpft. Das wird im weiteren Saisonverlauf noch von großer Bedeutung sein.

Gibt es einen Plan B, falls die Lage sich auch in den kommenden Wochen nicht gemildert hat? Wenn ja, wie sieht dieser aus?

Lothar Sigl: Wir haben in der Pandemie allen lernen müssen, dass Flexibilität eine hilfreiche Eigenschaft ist. Das müssen wir uns bewahren. Wir müssen immer versuchen, angemessen auf die aktuelle Lage zu reagieren. Das haben wir im Dezember mit den Spielverlegungen versucht. Jedes Geisterspiel ist ein Geisterspiel zu viel. Wir stehen da Fans, Sponsoren und unserem Personal gegenüber in der Verantwortung und wollen immer das Bestmögliche für alle Beteiligten herauszuholen. Die Inzidenzen sinken, die Hospitalisierungsraten sinken zum Glück auch. Insofern hoffen wir schon, dass verantwortungsbewusste Schutzkonzepte bald wieder zumindest eine teilweise Rückkehr von Fans in die bayerischen Eisstadien zulassen.

„Wir erfahren viel Zuspruch“

Kann man etwas zur finanziellen Lage der Panther sagen? Werden weitere staatliche Mittel benötigt, wie sie von Alba Berlin gefordert werden?

Lothar Sigl: Zumindest wurde uns signalisiert, dass wieder geholfen wird. Aktuell können wir unserem Geschäftsmodell nicht nachgehen, es entsteht erneut ein wirtschaftlicher Schaden. Da wäre Hilfe wohl legitim. Trotzdem schauen wir zunächst nur auf die Dinge, die wir selbst in der Hand haben und versuchen, unseren Job zu machen. Der Rückhalt und die Unterstützung von Pantherfans und Partnern sind jedenfalls ungebrochen, wir erfahren viel Zuspruch. Dafür sind wir sehr dankbar.

Was muss in den kommenden Tagen/Wochen passieren, das euch weiterhilft?

Lothar Sigl: Das Ende der Pandemie wäre toll. Aber da müssen wir alle wohl noch eine Weile durchhalten. Wie schon erwähnt wäre es hilfreich, wenn wir mit guten, verantwortbaren Infektionsschutzkonzepten bald wieder Fans im CFS hätten.

Ihr habt in den vergangenen Tagen immer wieder einen eurer treuen Sponsoren und Partner präsentiert. Wie verhalten sich die Partner in der aktuellen Situation? Gibt es hier Ausfälle oder Rückzüge?

Lothar Sigl: Wir haben hier in Augsburg eine breite Basis an treuen und dem Eishockey verbundenen Partnern, die uns seit Beginn der Pandemie wahnsinnig helfen.  Natürlich muss man bedenken, dass viele Branchen hart von Corona getroffen wurden. Das macht es umso besonderer, dass wir keine großen Ausfälle zu beklagen hatten.

„In den vergangenen Tagen wurde fleißig geboostert“

Wie stehen die Augsburger Panther zum Thema Impfung bzw. Impfpflicht? Gibt es hier eine Vorgabe durch die Organisation? In amerikanischen Sportligen sind ja beispielsweise schon ungeimpfte Spieler freigestellt worden.

Lothar Sigl: Wir haben unsere Spieler zusammen mit den Mannschaftsärzten mehrfach über die Vorteile von Impfungen aufgeklärt und sind froh, dass im Club mehr als 90 % vollständig geimpft sind. Dazu kommen Genesene. In den vergangenen Tagen wurde fleißig geboostert. Das dient der Gesundheit unserer Spieler und wird uns hoffentlich auch helfen, große Quarantänen zu umgehen. Basis hierfür sind natürlich auch ständige PCR-Tests, die völlig unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus permanent erfolgen.

Herr Sigl, vielen Dank für Ihre Zeit. Dann hoffen wir gemeinsam mit allen Sportfans in und um Augsburg, dass es bald wieder spannende Spiele im Curt-Frenzel-Stadion zu sehen geben wird.