Aichach-Friedberg | Spendenverteilung und Härtefonds für Tornadogeschädigte

Der Landkreis AichachFriedberg hat eine Kommission gebildet um die Verteilung der Gelder aus dem sogenannten Härtefonds an die Opfer des Tornados zu koordinieren. 2015-05-14-Affing-–-28 Aichach-Friedberg | Spendenverteilung und Härtefonds für Tornadogeschädigte News Politik Affing Härtefallfonds Klaus Metzger Landkreis Aichach-Friedberg Tornado | Presse Augsburg

Nach dem Tornado hat auch der Freistaat Bayern, zum ersten Mal nach einem Sturm, Geschädigten Finanzhilfe angeboten. An Sofortgeld und Soforthilfe sind über das Landratsamt rund 670.000 Euro ausgezahlt worden. Die dritte Variante der staatlichen Hilfe in diesem Fall ist der sogenannte Härtefonds. Möglich ist die allerdings nur für Betroffene, die der Tornado in eine „existenzielle Notlage“ gebracht hat. Das heißt, Schaden ist nicht von der Versicherung gedeckt, aus vorhandenem Vermögen und Einkommen kann der Schaden nur zum Teil oder gar nicht beglichen werden. Für Leistungen aus diesem Topf ist verständlicherweise eine sehr detaillierte Prüfung notwendig. Um die eingereichten Fälle zu beurteilen, hat sich eine Kommission gebildet, der Landrat Dr. Klaus Metzger, Bürgermeister Markus Winklhofer, Pfarrer Max Bauer  und Mitarbeiter des Landratsamtes angehören. Beim Landratsamt gingen ursprünglich 16 Anträge ein, acht wurden zurückgenommen. Bei fünf sind die Unterlagen, die zur Überprüfung benötigt werden, nicht vollständig eingereicht worden. Drei Anträge sind vollständig und werden geprüft. Als schwierig kristallisiert sich heraus, eine „existenzielle Notlage“ in Fällen festzustellen, in denen ein gesichertes Einkommen vorliegt und die vom Sturm schwer betroffene Landwirtschaft nur im Nebenerwerb betrieben wird. Die Kommission befasste sich nun auch damit, die Anträge dahin gehend abzugleichen, wer aus welchem Topf Zuwendungen bekommen könnte. „Die Entscheidung über die Zuwendungen aus dem Härtefonds und über die Verteilung der Spenden wird von den unabhängigen Kommission gewissenhaft und gerecht getroffen“, betont Landrat Metzger.

Für alle Tornadogeschädigten mit den unterschiedlichsten Schadenshöhen, unabhängig davon, ob sie eine Zuwendung aus dem Härtefonds erwarten können, gibt es glücklicherweise das Spendenkonto. 735.000 Euro wurden dort bislang einbezahlt. Erst 38 Anträge auf eine Entschädigung aus diesem Topf seien allerdings bisher eingegangen. Die Frist dafür endet am 30. November. „Wir haben praktisch Halbzeit“, so Bürgermeister Winklhofer. Er appelliert an alle Betroffenen, die am Spendenaufkommen teilhaben wollen, einen solchen Antrag auszufüllen. „Auch in dieser Phase der Tornadoaufarbeitung ist die Gemeinde der verlässliche Ansprechpartner für unsere Bürger, wir stehen selbstverständlich gerne beratend bei der Antragsbearbeitung zur Seite“, sagt Winklhofer. Das Spendenkonto ist für drei Zuwendungsbereiche vorgesehen. Der weitaus größte Anteil ist für die zahlreich angefallenen Gebäude- und Hausratschäden reserviert. Dazu kommt ein geringerer Teil für sogenannte immaterielle Schäden und auch Härtefälle. Das Spendenkonto ist grundsätzlich für alle offen, zunächst egal, ob versichert oder nicht. Die vom Gemeinderat beschlossenen Regularien zur Beantragung von Leistungen aus dem Spendenkonto und der Antrag dazu finden sich auf der Internetseite www.affing.de.