AKW Gundremmingen | Block B nach Abschaltung wieder am Netz, Bürgerinitiative übt Kritik

Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen ist nach dem Abschluss aller während des Revisionsstillstands geplanten Arbeiten und Prüfungen am Sonntagmorgen (12. April) wieder in Betrieb genommen und abends mit dem Stromnetz verbunden worden. Derzeit wird die Stromproduktion der Anlage schrittweise auf volle Leistung angehoben. Dabei durchläuft der Block weitere Prüfungen, die nach der Inbetriebnahme vorgesehen sind.

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Bild: Kernkraftwerk Gundremmingen

Im Verlauf einer von insgesamt 325 wiederkehrenden Prüfungen an den technischen Einrichtungen des Blocks wurde am Samstag (11. April) ein Strang der mehrfach vorhandenen Notstromversorgung fehlerhaft abgeschalte. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist das Ereignis nach Angaben des Betreibers nach dem deutschen Meldesystem der Kategorie N (normal) zuzuordnen bzw. nach der internationalen Bewertungsskala INES eine Meldung der niedrigsten Stufe 0 (keine oder geringe sicherheitstechnische Bedeutung). Eine Gefährdung des Personals, der Anlage oder der Umgebung war mit dem Ereignis nicht verbunden.

Die Bürgerinitiative FORUM kritisiert die Wiederinbetriebnahme von Block B, da bis heute nicht geklärt sei, wie es zu dem aus ihrer Sicht folgenreichen Bedienfehler kam, der zur Schnellabschaltung von Block C zwang. Unverantwortlich sei auch, dass jetzt wieder viele gebrauchte MOX-Spaltelemente eingesetzt werden ohne dass die Ursache der gehäuften Undichtheiten dieser besonders kritischen Teile geklärt sei.

Der jetzt begonnene Produktionszyklus von Block B soll rund ein Jahr dauern. Die nächste Revision des Blocks ist für April 2016 geplant. Block B und C des Kernkraftwerks Gundremmingen leisten nach Angabes des Kraftwerksbetreibers gemeinsam knapp ein Viertel der jährlichen Stromproduktion in Bayern.