Dr. Ursula Lievenbrück ist von Bischof Dr. Konrad Zdarsa für ihre Dissertationsschrift mit dem Albertus-Magnus-Preis der Diözese Augsburg für das Jahr 2013 ausgezeichnet worden. Es sei besonders erfreulich, sagte Bischof Konrad, dass nach langer Zeit wieder die wissenschaftliche Leistung einer Frau mit dem Preis geehrt werde.

Foto: Pressestelle Bistum Augsburg | Karl-Georg Michel
Foto: Pressestelle Bistum Augsburg | Karl-Georg Michel

Frau Lievenbrück, 1979 in Essen geboren, hat sich während ihrer Dissertation mit einem Thema aus dem Fach Dogmatik befasst: „Zwischen donum supranaturale und Selbstmitteilung Gottes: Die Entwicklung des systematischen Gnadentraktates im 20. Jahrhundert“. Betreut wurde sie bei ihrer Doktorarbeit von Prof. DDr. Thomas Marschler.

„Das ist ein klassisches theologisches Thema, möchte man meinen“, so Bischof Konrad. Wenn er aber den Alltagswortschatz von heute betrachte, dann gehöre das Wort „Gnade“ fast zu einer aussterbenden Art. Und wenn sie nach dem Sinn dessen gefragt würden, was „voll der Gnade“ aus dem „Gegrüßet seist du, Maria“ bedeutet, dann würde das selbst gestandene Theologen zum Stocken bringen. Um die Gnade sei es in der Dogmatik stiller geworden. Es sei deshalb zu hoffen, dass die Arbeit von Frau Dr. Lievenbrück die theologische Diskussion neu inspiriere.

Die „äußerst umfangreiche Dissertation“ – sie umfasst über 1.000 Druckseiten – sei von beiden Gutachtern der Katholisch-Theologischen Fakultät mit dem höchsten Prädikat „summa cum laude“ ausgezeichnet worden, betonte Frau Professor Dr. Gerda Riedl, Leiterin der Hauptabteilung VI Grundsatzfragen: Glaube und Lehre – Hochschule – Gottesdienst und Liturgie während der Laudatio auf die Arbeit. Sie sei zudem als „echter Forschungsbeitrag“ gewürdigt worden. Die Wahl der Thematik sei umso bemerkenswerter, als die Beschäftigung der Theologie mit dieser „so grundlegenden Größe im Christentum“  in den vergangenen Jahrzehnten sehr verhalten sei. Insbesondere sei es ein Verdienst der Arbeit von Frau Dr. Lievenbrück, dass sie die Behandlung der Gnadenlehre in die ohnedies sehr bewegte Theologiegeschichte des 20. Jahrhunderts einordne. Frau Professor Riedl wies in ihrer Laudatio auch auf das Engagement der Geehrten in der Katholischen Hochschulgemeinde, als Lektorin und Kommunionhelferin sowie für Menschenrechtsorganisationen mit Schwerpunkt Lateinamerika hin.