Allgäuer Kardiologe gewinnt 2. Platz beim German Medical Award

Professor Dr. med. Jan Torzewski, spezialisiert auf Kardiologie und Intensivmedizin, Chefarzt am Herz- und Gefäßzentrum des Klinikverbunds Allgäu an den Kliniken Kempten und Immenstadt, gewinnt im Fachgebiet Kardiologie den 2. Platz beim German Medical Award – Medizin für die Zukunft. Der Wettbewerb ist die führende Veranstaltung für Medizin und Medizinmanagement im deutschsprachigen Raum. Die Auszeichnung erhielt Prof. Torzewski in der Kategorie „Kardiologie – Medical Innovation Praxen & Kliniken“ – für mehr als 20 Jahre Forschung zum Thema „C-reaktives Protein (CRP) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ und für die erfolgreiche Anwendung der CRP-Apherese nach Herzinfarkt.

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Professor Dr. med. Jan Torzewski, M.phil, MBA, FESC, Chefarzt / Herz- und Gefäßzentrum Klinikverbund Allgäu | Foto: Klinikverbund Allgäu

„Wir sind überrascht und fühlen uns sehr geehrt durch den Preis“, sagt Torzewski. „Dieses innovative technische Verfahren kommt als Medizin der Zukunft den Patienten unmittelbar zugute“, betonte Professor Matthias Keidel in seiner Laudatio. Er wies ausdrücklich darauf hin, „dass sich hier eine kleinere Klinik gegen 34 Bewerber, unter anderem große Universitätskliniken und Herzzentren, durchgesetzt habe.

Hoffnung für Herzinfarktpatienten

Die vom Berliner Medizintechnikunternehmen Pentracor GmbH entwickelte CRP-Apherese und das Filterprodukt Pentrasorb CRP kamen am Klinikum Kempten im Rahmen einer Pilotstudie und einer Registerstudie seit 2016 bei 36 Patienten nach Herzinfarkt zum Einsatz. Die Pilotstudie lieferte signifikante Ergebnisse. Die extrakorporale Behandlungsmethode reichert durch einen Filtervorgang des Blutplasmas das Protein CRP ab. CRP markiert bei Herzinfarkt und weiteren Indikationen entzündete Zellen – jedoch häufig im Übermaß, also auch gesundes Zellgewebe. Die von Botenstoffen des Immunsystems in Gang gesetzten Makrophagen eliminieren alle von CRP gekennzeichneten Zellen, einschließlich des noch gesunden Herzgewebes. Dort bildet sich eine Narbe aus Bindegewebe. „Ist weniger CRP im Blut, bleibt auch nur eine kleinere Narbe. Die Herzleistung ist dann besser. Die Patienten profitieren enorm von diesem Verfahren“, erklärte Prof. Matthias Keidel in der Laudatio für Prof. Torzewski.

Dr. Ahmed Sheriff, geistiger Vater des CRP-Apherese-Verfahrens und Geschäftsführer von Pentracor, gratulierte Prof. Torzewski zur Auszeichnung und dankte ihm und seinem Kollegen Dr. Franz Heigl vom medizinischen Versorgungszentrum in Kempten für die hervorragende Zusammenarbeit. Heute wenden mehrere Kliniken in Deutschland die CRP-Apherese mit Erfolg an. Prof. Torzewski weist auf zukünftige Herausforderungen, etwa die Durchführung einer randomisierten Multicenter-Studie, aber auch auf das große Potenzial an weiteren Indikationen des Verfahrens hin: „Die CRP-Apherese kann auch Patienten mit Schlaganfall, mit rheumatischen Erkrankungen, mit Nierenleiden und womöglich auch als Therapie bei an Covid 19 Erkrankten wirksam helfen.“

Auch Geschäftsführer des Klinikverbunds Allgäu, Herr Andreas Ruland, gratuliert Prof. Torzewski herzlich zu der Auszeichnung. “Wir sind sehr stolz auf die Forschung und den Erfolg von Herrn Prof. Torzewski,“ sagt Ruland. Die Auszeichnung ist nicht nur eine große Ehre für Herrn Prof. Torzewski, sondern auch für den gesamten Klinikverbund – speziell für die Klinik in Kempten und Immenstadt.

Prof. Dr. Jan Torzewski ist Chefarzt am Herz- und Gefäßzentrum des Klinikverbunds Allgäu. Das Herz- und Gefäßzentrum besteht seit 2008 und bietet seinen Patienten über die Klinikstandorte Kempten und Immenstadt hinweg eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung rund um Herz- und Gefäßleiden.