„Als Retter gekommen & als Engel gegangen“ | Musste Augsburger Feuerwehrmann Zivilcourage mit dem Leben bezahlen?

Am Nikolaustag kam es am Augsburger Königsplatz zu einer folgenschweren Gewalttat, bei dem ein 49-jähriger Mann aus dem Landkreis Augsburg ums Leben kam. Die Betroffenheit ist groß. Während die Polizei intensiv nach den Angreifern fahndet, berichtete uns ein Augenzeuge was er beobachtet hatte.

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Feuerwehrkollegen des getöteten, Familienangehörige und Fremde versammelten sich in der Nähe des Tatortes, legten Blumen nieder und stellten Kerzen auf. | Foto: Christoph Bruder

Dieser 7. Dezember war in Augsburg nicht wie jeder andere Tag im Advent. Die Betroffenheit in der Schwabenmetropole ist groß. Am Abend des Nikolaustages war ein Angehöriger der Berufsfeuerwehr am Königsplatz in einen Streit geraten, körperlich angegriffen und schwer verletzt worden. Der 49-Jährige, der im Landkreis Augsburg zuhause war, verstarb noch am Tatort. Die Täter sind auf der Flucht (wir berichteten).

Am Tag nach dem unvergleichlichen Verbrechen am Königsplatz, war vieles nicht wie gewohnt. Freunde, Familienangehörige, Feuerwehrkollegen und Fremde haben Kerzen aufgestellt und Blumen in der Nähe des Tatortes ausgelegt. Sie trauerten dort gemeinsam, um einen Mann der sich zum Ziel gesetzt hatte anderen zu helfen. Für ihn kam nach diesem feigen Angriff jede Hilfe zu spät.

Opfer wurden unvermittelt angegriffen

Auch eine Person, die sich uns als Augenzeuge zu erkennen gab, war zurück an den Ort des Schreckens gekommen (namentliche Nennung nicht gewünscht). Sie berichtete von den Geschehnissen. Nach den Schilderungen des Augenzeugens, sei die 7-köpfige Gruppe -aus der das Opfer später angegangen wurde- zu später Stunde von der Annastraße grölend Richtung Königsplatz gelaufen. Der 49-jährige Feuerwehrmann und sein ein Jahr älterer Freund sollen die jungen Männer gebeten haben, leiser zu sein. Statt aufzuhören hätten die jungen Männer dann mit Dosen rumgekickt und wurden wieder ermahnt, worauf dann Teile der Gruppe unvermittelt auf die beiden Männer eingeschlagen haben sollen. Als ihr Opfer zusammengesunken war flüchteten die in schwarz gekleideten Täter Richtung Bahnhof.

Polizei wertet Videomaterial aus

Offiziell bestätigt wurde diese Aussage durch die Ermittlungsbehörden noch nicht. Die Polizei hat eine 20-köpfige Soko gebildet, um die Täter zu ermitteln, noch sind diese auf der Flucht. Da der gesamte Königsplatz, sowie einige angrenzende Geschäfte am und um den Platz Videoüberwacht sind, hofft man auf Bildmaterial zur Tat. Die Auswertung der Filme wird wohl bis heute Nachmittag andauern. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wird die Polizei verwertbare Bilder dann für eine Öffentlichkeitsfahndung einsetzen. Aus ermittlungstaktischen Gründen wird die Polizei auch genauere Täterbeschreibungen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht freigeben.

Passanten, denen die 7-köpfige Gruppe am Kö, auf dem Fluchtweg oder möglicherweise schon zuvor aufgefallen war werden gebeten, sich bei der Augsburger Kripo unter der Telefonnummer 0821/323 3810 zu melden.

Fotos: Christoph Bruder