„Alte Dame“ mit neuem Leben | Der FC Augsburg zu Gast bei der wiedererstarkten Berliner Hertha

Nach dem torlosen Unentschieden gegen Paderborn ist der Vorsprung des FC Augsburg auf den Relegationsplatz wieder zusammengeschmolzen. Heute müsste dringend gepunktet werden. Bei Hertha BSC keine leichte Aufgabe, die Berliner sind momentan in einer guten Verfassung.

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Im Hinspiel waren Jedvaj (re) und der FCA zumeist einen Schritt schneller (4:0). Ob dies auch heute so sein wird ist fraglich | Foto: Sebastian Pfister

Drei Spiele, sieben Punkte und 9:2 Tore. Eine starke Bilanz für ein Team, dass sich vor der Coronaunterbrechnung Sorgen machen musste, nicht in den Tabellenkeller abzurutschen. Vielerorts würde man sich solch ein Zwischenfazit wünschen. Dieses Ergebnis erreicht hat Bruno Labbadia mit seinem neuen Club Hertha BSC.

Labbadia haucht der „alten Dame“ neues Leben ein

Während der Coronaunterbrechung hatte er das Team von Jürgen Klinsmann übernommen. Er übernahm eine Mannschaft die spielte, wie es ihr Spitzname vermuten lässt, wie eine „alte Dame“. Doch Labbadia hat es wieder einmal in kurzer Zeit geschafft seine Spieler zu erreichen. Sein Matchplan scheint aufzugehen. Abgesehen vom schwächelnden Torhüter Rune Jarstein  zeigte sich Hertha in der Defensive stark verbessert und mit viel Spielwitz und Offensivdrang ausgestattet. So kommt es zu Ergebnissen, die die Konkurrenz aufhorchen lassen. Gegen Hoffenheim und im Derby gegen Union ging man als klarer Sieger vom Feld, beim Champions League-Team aus Leipzig holte man -trotz Jarstein-Eigentor (!) – einen Punkt.

Augsburg tut sich bei eigenem Ballbesitz schwer

Mit vier Punkten aus den drei Spielen nach Wiederbeginn ist auch die Bilanz des FC Augsburg nicht ganz so schlecht. Trotz der Ausbeute sind die Sorgenfalten im Gesicht der schwäbischen Verantwortlichen aber noch nicht kleiner geworden. Während man in der Hauptstadt durch die Labbadia-Verpflichtung den Schalter umlegen konnte, ist man beim FCA noch nicht ganz soweit.

Mit Heiko Herrlich hat hier ebenfalls ein neuer Trainer das Sagen. Ein sicheres Paßspiel und ein nach vorne ausgerichtetes Spiel, wie vom neuen Chefcoach gefordert. kann man bei Augsburg aber noch nicht erkennen. Noch immer leistet man sich beim Tabellenzwölften zu viele unsaubere Zuspiele, noch immer kann man aus eigenem Ballbesitz wenig Kapital schlagen. Besonders am Mittwoch gegen das Schlusslicht Paderborn wurde dies offensichtlich. Gegen Schalke hatte es am Spieltag zuvor hingegen mit einem Sieg geklappt. Die Gelsenkirchener hatten versucht nach vorne zu spielen, der FCA die zahlreichen Fehler der formschwachen Königsblauen eiskalt ausgenutzt. Diese Effektivität kann auch heute Nachmittag (15:30 Uhr) ein Rezept sein. Sollte dies im Olympiastadion gelingen und die Augsburger Defensive um den ruhigen und zuverlässigen Torhüter Luthe gesichert stehen, ist vielleicht etwas drin. Da Düsseldorf beim Auswärtsspiel beim voraussichtlichen Meister Bayern München nicht der ganz große Favorit ist (18:30 Uhr), könnte man den Abstand auf den Relegationsplatz wieder etwas ausbauen.

Voraussichtliche Aufstellung

Luthe – Framberger, Jedvaj, Uduokhai, Max – Khedira, Baier-  Richter,  Löwen, Sarenren Bazee – Niederlechner