Amazon plant laut Medienberichten, sein Shopping-Portal “Haul” auch nach Europa zu bringen. Mit einem Sortiment, das auf Produkte unter 20 Dollar ausgerichtet ist, will der Online-Riese verstärkt gegen die wachsende Konkurrenz aus China antreten, insbesondere gegen Anbieter wie Temu und Shein. Doch das Modell bringt nicht nur Vorteile für die Kunden.
Nach einem erfolgreichen Testlauf in den USA soll die Plattform noch in diesem Jahr international ausgerollt werden. “Haul” bietet eine breite Auswahl an besonders günstigen Artikeln, wobei Kunden längere Lieferzeiten in Kauf nehmen müssen. Dieses Konzept scheint aufzugehen: Viele Nutzer nehmen die Wartezeit gerne in Kauf, um von den Niedrigpreisen zu profitieren.
Laut Medienberichten hat Amazon bereits Stellenanzeigen für “Haul”-bezogene Positionen ausgeschrieben, was auf eine globale Expansion hindeutet. Amazon-Manager haben demnach das Ziel formuliert, die Plattform noch 2025 nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Märkten zu etablieren. Wann genau der Dienst beispielsweise in Deutschland startet, bleibt aber noch offen.
Die Markterweiterung könnte für Verbraucher sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Günstige Preise machen das Angebot attraktiv, doch längere Lieferzeiten und mögliche Versandkosten könnten das Shopping-Erlebnis trüben. Amazon betont zwar, die Qualität und Sicherheit der Produkte zu überprüfen, allerdings bleibt fraglich, wie umfassend diese Prüfungen angesichts der Produktvielfalt sein können.
Auch regulatorische Hürden könnten das Modell erschweren. In den USA wird aktuell die De-minimis-Regel diskutiert, die zollfreie Importe unter 800 Dollar ermöglicht. Eine Anpassung dieser Regel könnte das Geschäftsmodell von “Haul” beeinträchtigen. In Europa stehen ebenfalls verschärfte Kontrollen im Raum, was die Umsetzung komplizierter machen könnte.
Die geplante Expansion zeigt dennoch, dass Amazon den Konkurrenzdruck ernst nimmt und bereit ist, mit einem eigenen Niedrigpreis-Portal gegen die chinesischen Plattformen anzutreten. Wie gut dieses Konzept bei den europäischen Verbrauchern ankommt, bleibt abzuwarten.


