Die Digitalisierung prägt und verändert zunehmend das Leben und Arbeiten der Menschen und ist mittlerweile ein wichtiger Baustein an den Schulen und im Unterricht geworden. Damit die Digitalisierung der Schulen funktioniert, müssen aber auch die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Landkreis Günzburg hat daher beschlossen, die Digitalisierung der Schulen weiter voranzutreiben. Alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in Landkreis-Trägerschaft sollen künftig, Zug um Zug, ein eigenes Endgerät erhalten –damit ist der Landkreis Günzburg Vorreiter in ganz Deutschland. Knapp 1,5 Millionen Euro nimmt der Landkreis dafür in die Hand.

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Jede Schülerin und jeder Schüler der FOS/BOS Krumbach bekommt ein Ipad. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung der Schulen finden Mario Krause, Ria Mis (IT-Betreuer für die Landkreisschulen), Schulleiterin Dr. Elvira Seibold, Systembetreuer Martin Streicher, Matthias Kiermasz, Andreas Nießner, stellvertretender Systemadministrator, und stellvertretender Schulleiter Gregor Friedrich. Foto: Landratsamt Günzburg

„Unsere Schulen sind die zentralen Orte für Bildung und Erziehung“, sagt Landrat Hans Reichhart. „Digitale Medien müssen ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein – denn sie sind es ja bereits im Alltag vieler Kinder und Jugendlichen. Daher müssen wir auch gerade im Unterricht dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche hier bestmöglich auf die Berufswelt vorbereitet werden. Deswegen bin ich stolz, dass der Kreistag hier nicht wartet, sondern es jetzt schon möglich macht, dass jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Tablet in den Händen hält.“

Die FOS/BOS Krumbach ist das jüngste und modernste der landkreiseigenen Schulgebäude. Hier steht die Schulgemeinschaft schon in den Startlöchern. Die Schülergeräte werden an der FOS/BOS Krumbach schon bald die Hefte ersetzen – handschriftliche Notizen sind schließlich auch auf dem Tablet möglich. Schon im Herbst sollen die Endgeräte im Unterricht zum Einsatz kommen. Jeder Schüler erhält für die Dauer des Schulbesuches ein iPad inklusive Stift, Hülle mit Tastatur – und das ohne Eigenbeteiligung. Das heißt, die Eltern oder jungen Erwachsenen müssen keinen finanziellen Beitrag leisten. Jedes Klassenzimmer wird außerdem mit Apple TV ausgestattet. Möglich ist es auch, Schulbücher als E-Books anzubieten, diese können aber auch weiterhin in Papierform ausgeliehen werden.

Diese 1:1- Ausstattung bringt etliche Vorteile mit sich. Zum einen können digitale Strukturen optimal genutzt werden: Notizen und Aufgabenblätter können verloren gehen, auf den iPads sind alle Unterlagen in einer sicheren Cloud gespeichert und Unterrichts-Mitschriften werden per digitalem Stift übertragen. Der Zugriff auf eine riesige Datenbank erfolgt mit nur wenigen Klicks. Alle Unterrichtsaufzeichnungen können strukturiert gespeichert werden. In den Klassenzimmern ist Dank des abgestimmten Systems eine direkte und einfache Kommunikation möglich. Jede Bildschirmseite kann so beispielsweise auf einen Beamer übertragen werden –  auch die Inhalte der Schüler-Tablets. So kann bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts viel Zeit eingespart werden und natürlich werden auch Papier- und Kopierkosten reduziert.

Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte der FOS/BOS Krumbach werden während der Einführung und in der Zeit danach bestmöglich betreut. Begleitet wird der Einsatz der Schul-Tablets nämlich mit diversen Fortbildungen.

13 weiterführende Schulen mit derzeit etwas mehr als 6.500 Schülerinnen und Schülern sind in der Trägerschaft des Landkreises. Rund 1,5 Millionen Euro nimmt der Landkreis für die weitere Digitalisierung seiner 13 Schulen in die Hand. Neben der 1:1-Ausstattung seiner Schülerinnen und Schüler will der Landkreis Günzburg in nächster Zeit ein regionales Schulrechenzentrum aufbauen, außerdem sollen seine Schulen mit flächendeckendem WLAN ausgestattet und die Netz-Strukturen in den Bildungseinrichtungen auf den neusten Stand gebracht werden.

„Eine 1:1-Ausstattung passt bestens zu unserer Schule und unserem Schultyp“, sagt die Schulleiterin der FOS/BOS Krumbach, Elvira Seibold. „Wir haben etwa 400 Schüler, davon jährlich immer circa 160 Fachabiturienten und Abiturienten. Wir verfügen über eine komplette WLAN-Installation im Schulhaus und hervorragende Internetanbindung.“ Beste Voraussetzungen also, um die FOS/BOS Krumbach noch digitaler zu machen.

Ziel der Fachoberschule (FOS) ist es, Schülerinnen und Schülern mit einem mittleren Schulabschluss innerhalb von zwei Schuljahren (Jahrgangsstufe 11 und 12) zur Fachhochschulreife zu führen, die zum Studium an Hochschulen für angewandte Wissenschaften berechtigt. Optional kann mit dem Besuch der 13. Klasse die fachgebundene bzw. allgemeine Hochschulreife erworben werden.

An der Berufsoberschule (BOS) können Schülerinnen und Schüler mit einem mittleren Schulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung in einem Jahr ihre Fachhochschulreife und ggf. in 2 Jahren ihre fachgebundenen bzw. allgemeinen Hochschulreife ablegen. An der Berufsoberschule Krumbach werden die beiden Ausbildungsrichtungen Technik und Wirtschaft und Verwaltung angeboten. Die jeweilige Zuweisung in eine Ausbildungsrichtung ist abhängig von der Berufsausbildung bzw. der einschlägigen Berufserfahrung.