Nach dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Augsburg und Bayer 04 Leverkusen im Januar 2024 kam es in der WWK-Arena in Augsburg zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Ultras des FC Augsburg und der Polizei. Auslöser war ein Vorfall, bei dem ein FCA-Fan nach einer Straftat gegen einen Sicherheitsmitarbeiter festgenommen und in Handfesseln gelegt wurde.
Als dies von 30 bis 40 Ultras des FC Augsburg bemerkt wurde, eskalierte die Situation: Die Gruppe bedrängte, bedrohte und attackierte nach Angaben aus Ermittlerkreisen die eingesetzten Polizeibeamten.
Gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte
Die nun verurteilten Angeklagten waren Teil dieser Ultras-Gruppe und beteiligten sich aktiv an den Ausschreitungen. Einer der beiden Angeklagten näherte sich zwei mit dem Rücken zu ihm stehenden Polizeibeamten und führte einen Faustschlag auf den Kopf eines Beamten aus – dieser konnte den Angriff jedoch noch abwehren.
Nachdem die Polizei die Angreifer zurückdrängte, gingen die Angeklagten in Boxerstellung, ballten ihre Fäuste und forderten die Beamten zum Kampf auf. Einer der Angeklagten schlug sich mehrfach auf die Brust, um sich weiter zu provozierendem Verhalten zu steigern.
Als sich ein größerer Menschenpulk formierte, begaben sich die Angeklagten gezielt an die vorderste Reihe und attackierten die Beamten mit Schlägen und Tritten. Ein Tritt traf einen Polizisten am Oberschenkel, andere Angriffe konnten abgewehrt werden.
Urteile: Bewährungsstrafe und Sozialstunden
Das Gericht sprach die Angeklagten unter anderem des Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung schuldig.
Die erwachsene, geständige und gering vorbestrafte Angeklagte (25) wurde zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem erhielt sie eine Bewährungsauflage von sechs Monaten Stadionverbot.
Der heranwachsende, ebenfalls geständige Angeklagte (20) wurde zu 80 Arbeitsstunden, Gesprächen im Fanprojekt und ebenfalls sechs Monaten Stadionverbot verurteilt.
Mit diesen Urteilen soll ein klares Zeichen gegen Gewalt in Fußballstadien gesetzt werden.


