„Annahme des Impfangebots ein Fehler“ – Augsburg Bischof bittet um Verzeihung

Bischof Dr. Bertram Meier hat an diesem Aschermittwoch mit einem feierlichen Gottesdienst im Augsburger Dom die österliche Bußzeit eingeläutet. In seiner Predigt ging der Bischof auch auf die Vorwürfe ein, die im Zusammenhang mit seiner Covid19-Impfung erhoben wurden, und bezeichnete die Annahme des Impfangebots als Fehler.Bischof Bertram wörtlich: „Ich bitte herzlich um Verzeihung.“

2020 07 21 Caritas Haus Einweihung 10 Von 30.Jpeg
Archiv-Foto: Wolfgang Czech

Er könne verstehen, so der Bischof weiter, dass Menschen, die sehnsüchtig auf eine Impfung warteten, sich durch sein Verhalten verletzt fühlten. Aufgrund zahlreicher Corona-Infektionen in seinem Umfeld habe er sich Mitte Januar zur Impfung bereit erklärt, weil er damals überzeugt gewesen sei, damit das Beste für die Menschen zu tun, mit denen er zusammenarbeite oder die er in seinem bischöflichen Dienst treffe. Bischof Bertram: „Ich habe die Einladung zur Impfung angenommen, im Vertrauen darauf, dass es so rechtens ist. Ich sehe jetzt, dass die Annahme des Impfangebots ohne eingehende persönliche Prüfung ein Fehler war. Meine Impfung erscheint als Bevorzugung, die ich so nie wollte…Es war nie meine Absicht, anderen zu schaden oder etwas wegzunehmen.“

Mit dem Aschermittwoch beginnen in der Kirche die vierzig Tage der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Diese österliche Bußzeit will die Christen dazu anleiten, das eigene Leben zu überdenken und, wo nötig, die Weichen neu zu stellen. Als besonderes Zeichen der Buße wird an diesem Tag im Gottesdienst den Gläubigen Asche aufs Haupt gestreut. Die Asche wird traditionell aus den Palmzweigen des Palmsonntags vom vergangenen Jahr hergestellt.

In seiner Predigt, die am Aschermittwoch traditionell auch den Künstlern gewidmet ist, zeichnete Bischof Bertram das Bild der Menschen, die von Gott den Auftrag erhalten hätten, alles Geschaffene in seinem Sinne zu verwalten und weiterzuentwickeln – jetzt aber an einem Punkt angelangt seien, „an dem sich das uns anvertraute Gut, die Natur, das Klima, die Fruchtbarkeit der Erde, alles, was wir uns – ja, sind wir ehrlich: in maßloser Gier – gefügig gemacht habe, entzieht.“

Daher richtete der Bischof eine Bitte vor allem an die zahlreich anwesenden Künstler im Dom: „Helfen wir einander, der zerbrechlichen Schönheit, der unbezahlbaren Kostbarkeit und der unendlichen Güte des Schöpfers in seinen Werken inne zu werden. Fassen wir den Vorsatz, in Ehrfurcht und Dankbarkeit die Gaben der Schöpfung zu gebrauchen, dass sie für alle zugänglich werden – und auch den folgenden Generationen zur Verfügung stehen.“ Denn der Schöpfer wolle, „dass unser Leben ein Kunstwerk wird.“