Decathlon, ein Betreiber großer Sportfachgeschäfte, wollte sich in Augsburg ansiedeln. Ein Grundstück in Lechhausen war schnell gefunden. Nach Informationen von Presse Augsburg wurde das Projekt in der vergangenen Woche jedoch durch den Wirtschaftsausschuss abgelehnt, weil man eine Ansiedelung des Unternehmens nur in der Innenstadt haben will.

Die Fa. Decathlon Deutschland Unternehmensentwicklungs GmbH beabsichtigte dort die Ansiedlung eines Sportartikelfachmarktes mit einer Gesamtverkaufsfläche von 3.000 m² aus dem Sortimentsbereich Sport- und Radsportartikel sowie Boote und Zubehör auf einem Areal nördlich der Bürgermeister-Wegele-Straße und westlich der Ammannstraße im Stadtteil Lechhausen.Südlich des Gebäudes war ein Mountainbike-Parcour vorgesehen. Der Parkplatz sollte bis zu 540 Stellpältze bieten.

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Bild: Decathlon Frankreich

Das Sportfachgeschäft hätte „auf der grünen Wiese“ und nicht im Zentrum entstehen sollen. Das es jetzt nicht so kommt begrüßt die Stadtratsfraktion der Grünen ausdrücklich. „Das Interesse eines Unternehmens daran, möglichst schnell, einfach und ohne große Probleme einen großflächigen Bau auf eine Freifläche hinzusetzen ist zwar nachvollziehbar, kann aber für die Politik nicht alleiniger Maßstab sein. Wir als StadträtInnen sind verantwortlich für eine nachhaltige Stadtentwicklung und müssen deshalb nicht nur das Einzelhandelskonzept, sondern auch die Grundsätze attraktive Innenstadt, Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Flächensparen und Verkehrsvermeidung umsetzen. In München zeigen Sportfachmärkte in der Innenstadt, dass diese gut angenommen werden und zu einer attraktiven Innenstadt beitragen.“ so Stephanie Schuhknecht, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und im Innenstadtgewerbebeirat. Wie die Politikerin weiter feststellte, hatte sich das Unternehmen in anderen Städten wie München und Mailand durchaus für ein Geschäft im Zentrum der Stadt entschieden. „Wir bedauern es daher, dass Decathlon die Chance auf einen absolut zentralen Standort in der Innenstadt wie dem Fuggerstadtzentrum, das verkehrlich optimal mit Bahn, Tram, Bus und auch einem Parkhaus erschlossen ist, nicht ergreift. “

Dies sieht die CSM anders. Unter anderem seien schlechte Lieferwege per Lastwagen ein Argument gegen das Einkaufszentrum am Hauptbahnhof. Sie hätte eine Ansiedlung des Sporthändlers in Lechhausen begrüßt und befürchtet nun eine Ansiedlung in einer Umlandgemeinde. Die Fraktionsvorsitzende der CSM, Claudia Eberle, wirft Oberbürgermeister Gribl und Wirtschaftsreferentin Eva Weber vor, vor deren Koalitionspartnern SPD und Grüne eingeknickt zu sein, die von Beginn an eine Ansiedlung im Zentrum gefordert hatten.