Antisemitismusbeauftragter: Firmen müssen NS-Belastung aufarbeiten

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat deutsche Unternehmen aufgefordert, sich stärker ihrer NS-Vergangenheit zu stellen. „Etwa 50 Prozent der deutschen Unternehmen haben ihre Rolle im Nationalsozialismus noch nicht aufgearbeitet“, sagte Klein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Branchen wie die Stahlindustrie hätten ihre eigene Geschichte zu wenig untersucht.

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie, der laut Klein die eigene NS-Vergangenheit gut aufgearbeitet habe, „sollte dazu eine neue Initiative ins Leben rufen“, sagte Felix Klein. Auch beklagte er eine „Verrohung der Gesellschaft“. Antisemitismus sei zwar immer schon da gewesen, aber er zeige sich im Moment deutlicher als früher. „Plattformen dafür sind das Internet und die sozialen Medien. Sie spiegeln eine allgemeine Verrohung der Gesellschaft wider, zu der die AfD und auch die Musikbranche beigetragen haben“, sagte Klein den Funke-Zeitungen. In der Kunst insgesamt sehe er einen Trend, durch antisemitische Motive zu provozieren. Texten von Musikern wie Xavier Naidoo, Farid Bang und Kollegah führten dazu, dass Leute, die diese Gesinnung schon immer hatten, offener aussprechen, was sie denken, so der Antisemitismusbeauftragte.