Arbeitsplatzabbau bei Airbus | Aiwanger: „Große Herausforderung für den Luft- und Raumfahrtstandort Bayern“

MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den angekündigten Abbau von Airbus-Arbeitsplätzen als „große Herausforderung für den Luft- und Raumfahrtstandort Bayern und insbesondere für den Raum Augsburg“ bezeichnet. Es sei nicht zu verhindern gewesen, dass die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie in der zivilen Luftfahrt nun auch in Bayern auf die Flugzeugindustrie durchschlagen. 

Airbus 076
Dunkle Wolken über Airbus | Archivfoto: Sebastian Pfister

Aiwanger steht in engem Kontakt zu den Airbus-Verantwortlichen in Bayern. Am Mittwoch stimmte sich der Wirtschaftsminister mit dem Vorstandschef der Augsburger Airbus-Tochtergesellschaft Premium Aerotec, Thomas Ehm, ab.

Aiwanger: „Freistaat und Bundesregierung haben die Luftfahrt insgesamt massiv unterstützt. Doch die für die nächsten Jahre weltweit zu erwartenden Auftragsrückgänge für zivile Flugzeuge sind einschneidend. Für die betroffenen Menschen und ihre Familien bei Premium Aerotec in Augsburg brauchen wir rasch Zukunftsperspektiven. Die Staatsregierung wird ihre Instrumente nutzen, um die Region Augsburg in dieser schwierigen Situation wie schon in der Vergangenheit weiterhin zu unterstützen. Aber auch Airbus steht in der Pflicht, soweit möglich Alternativen am Standort anzusiedeln sowie sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu schaffen.“

MdB Volker Ullrich: „Eine bittere Nachricht für den Standort Augsburg“

„Die Airbus-Pläne sind bitter für die Arbeitnehmer am Standort Augsburg“, so auch der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich. Am wichtigsten sei jetzt, dass die Konzernspitze im Sinne der Arbeitnehmer verantwortungsvolle Entscheidungen trifft und ein tragfähiges Modell für die Zukunft entwickelt. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden. Auch für Leiharbeiter müssen sozial verträgliche Lösungen gefunden werden.“ Alle Instrumente müssten jetzt genutzt werden: Arbeitszeitkonten, Vorruhestandsregelungen und Kurzarbeitergeld.

Durch die Corona-Pandemie steckt die Luft- und Raumfahrtbranche in einer nie da gewesenen Krise. Um diesen Wirtschaftszweig als Markenzeichen für Deutschland in punkto Sicherheit, Qualität, IT und Produktentwicklung zu erhalten, sind nach Ansicht von Ullrich industriepolitische Konzepte gefragt. Das könnten zum Beispiel auch staatliche Aufträge für das Nachfolgemodell des Eurofighters sein. „Dazu bin ich mit den politisch Verantwortlichen im Gespräch. Denn: Für eine weiterhin gute Auslastung der Produktion von Flugzeugteilen in Augsburg und an anderen deutschen Standorten muss ein Zukunftsplan aufgestellt werden, der Arbeitsplätze sichert und Know-how schützt.“