Wenn der FC Augsburg heute in die Saisonvorbereitung startet, beginnt für Neu-Cheftrainer Enrico Maaßen ein schwieriges Projekt.20220324 Fca Training40

Mit einem Paukenschlag verabschiedete sich Markus Weinzierl nach dem letzten Spieltag der abgelaufenen Bundesligasaison vom FC Augsburg. In einem Fernsehinterview verkündete er, dass er bei den Schwaben nicht verlängern wird, die „gemeinsame Basis“ würde fehlen. Möglicherweise kam der gewiefte Niederbayer mit seinem Sprung nach vorne nur der Entscheidung des Clubs zuvor, die Führungsmannschaft war nicht mehr uneingeschränkt von einer weiteren Zusammenarbeit überzeugt. Auch wenn die Trennung nach einem schwierigen Jahr im Bereich des Möglichen wahr, mit seinem nach vorne preschen trat Weinzierl einiges los.

Neben einem Shitstorm gegen Sportgeschäftsführer Stefan Reuter kam nun die Trainersuche ins Rollen, doch wer geht schon freiwillig zum neuen „FC Hollywood“? Die Antwort lautet Enrico Maaßen. Der 38-Jährige ließ sich nach einigem Werben doch noch von einem Wechsel von Dortmund II nach Schwaben überzeugen, dass die weiteren Bundesligastühle inzwischen anderweitig besetzt wurden, dürfte dem FCA dabei in die Karten gespielt haben.

Jetzt soll es also Maaßen richten und den Bundesligisten mit attraktivem Fußball in ruhigere und erfolgreichere Zeiten führen. Künftig soll Erfolg aber nicht ausschließlich am Tabellenstand ausgemacht werden, auch die Weiterentwicklung eigener, junger Spieler soll im Fokus stehen. Den gebürtigen Wismarer hat man auch deshalb nach Augsburg gelockt. Maaßen eilt der Ruf eines Förderers voraus, der zudem noch offensiv ausgerichtet spielen lässt. Doch kann der Bundesliga-Novize das schaffen, was vor ihm so manchem Trainerkollegen in der Fuggerstadt nicht gelingen wollte?

Zahlreiche junge Spieler, aber ohne Stallgeruch

Als Letztes hatten sich Framberger, später Richter und Danso als Spieler mit Stallgeruch im Erstligateam festsetzen können, dies ist Jahre her. Zuletzt tat man sich bei den Rot-grün-weißen diesbezüglich schwer. Ob dies in der kommenden Spielzeit besser werden kann, darf zumindest bezweifelt werden. Mit Defensivspieler Dikeni Salifou (Werder Bremen) und Sturmtalent Noa-Gabriel Simic (Borussia Dortmund) haben die zwei wohl vielversprechendsten Nachwuchsspieler den Verein genauso verlassen, wie in der Vorsaison U21-Nationalspieler Simon Asta (Fürth). Nun ruhen die Hoffnungen wohl besonders auf den Nordmazedonischen U21-Nationalspieler Kristijan Taseski (Verteidigung) und auf dem erst 17-jährigen Angreifer Dzenan Pejcinovic.

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Oxford zeigte unter Weinzierl die beste Entwicklung | Foto: Klaus Rainer Krieger

Auch ohne Eigengewächse stehen aber einige entwicklungsfähige junge Spieler in den Reihen der Fuggerstädter. Reece Oxford und Robert Gumny hatten sich in der letzten Spielzeit ebenso in der ersten Elf festgespielt, wie Arne Maier und Niklas Dorsch. Während dieses Quartett unter Weinzierl bereits einen Entwicklungsschritt gemacht hatte, hofft man bei Ricardo Pepi noch darauf. Der 19-jährige Winter-Rekordtransfer konnte sein Talent noch nicht unter Beweis stellen. Auf Trainer Enrico Maaßen wird es jetzt ankommen, diese Spieler weiterzuentwickeln. Sollte es ihm zudem gelingen, das Publikum wieder mit attraktivem Fußball zu begeistern, dürfte sich auch der Sturm über Manager Reuter legen, wenn. Ab heute startet jedenfalls ein spannendes Projekt mit offenem Ausgang an der Augsburger Arena.