Beim FC Memmingen verstehen sie die aktuelle Fußballwelt nur schwer. Der jüngste Aufschwung wurde jäh durch eine 0:1 (0:0) Heimniederlage gegen den Überraschungs-Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth gestoppt. Dabei war Co-Trainer Kevin Siegfanz zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend nach dem ersten Saisonsieg gegen Vize-Meister Eichstätt, dem Pokalerfolg in Täfertingen und dem Unentschieden beim starken Aufsteiger Aubstadt auch gegen den Tabellenführer fortgesetzt werden kann. So aber stand die fünfte Niederlage im siebten Regionalliga-Spiel zu Buche.

Gruber musste nur einmal hinter sich langen, zum Sieg reichte es dennoch nicht Foto: Patrick Hörnle / FC Memmingen

In der ersten Halbzeit hatten es die Memminger eigentlich richtig gut gemacht. Die spielstarke Fürther Profi-Reserve hatte zwar gefühlte 70 bis 80 Prozent Ballanteil, aber die einzigen drei und wirkliche guten Torgelegenheiten hatten bis zur 44. Minute die Hausherren. Kurz vor der Pause wurde es aber brenzlig, als zwei Gästetreffer kurz hintereinander nicht gegeben wurden. Einmal wurden sie wegen Handspiel, einmal wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen. Für FCM-Trainer Uwe Wegmann war die Viertelstunden nach der Pause spielentscheidend, wo merklich die Konzentration fehlte und Fürth genau einer dieser Situationen zum 0:1 durch Malik McLemore (55. Minute) ausnutzte. Der Rückstand war ein Schock. Vielleicht wäre noch etwas gegangen, wenn Schiedsrichter Julian Kreye (Warmensteinach) zehn Minuten später korrekt gehandelt und dem Fürther Angreifer Shawn Parker Gelb-Rot gezeigt hätte. Der ehemalige Augsburger Bundesliga-Profi schoss noch aufs Tor, als schon längst der Abseitspfiff ertönt war. Zuvor hatte Kreye diese neue Regel wegen Ballwegschlagens beidseits konsequent geahndet. In Überzahl hätte es vielleicht noch eine Wende geben oder zumindest ein Unentschieden geben können. Das wäre aus Wegmanns Sicht verdient gewesen. Jetzt sind die Memminger sogar Schlusslicht, weil der bisherigen Letzte Heimstetten in Rosenheim sage und schreibe mit 6:1 gewonnen hat. Liga verrückt eben, denn die Rosenheimer wiederum hatten zuvor beim Spitzenteam Nürnberg II gesiegt. Es läuft eben nicht rund beim FCM, bei dem erst in der zweiten Hälfte Fatjon Celani kam. Es war anzumerken, dass der Spieler nicht ganz fit ist.