Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt nach 14 Jahren beendet

Der Aufwärtstrend am deutschen Arbeitsmarkt ist im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nach 14 Jahren gestoppt worden. Im Jahresdurchschnitt waren rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in der Bundesrepublik erwerbstätig, teilte das Statistische Bundesamtes (Destatis) am Montag mit. Die Zahl der Erwerbstätigen lag um 477.000 Personen oder 1,1 Prozent niedriger als 2019 und war auch um 76.000 Personen oder 0,2 Prozent geringer als 2018. Im Vorjahr hatte die Zuwachsrate noch +0,9 Prozent betragen.

Aufwaertstrend Am Arbeitsmarkt Nach 14 Jahren BeendetFlughafenarbeiter, über dts Nachrichtenagentur

Damit endete in der Coronakrise der über 14 Jahre, auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Allerdings wäre der seit 2007 dauernde Beschäftigungszuwachs vermutlich auch ohne die Coronakrise bald zum Ende gekommen, da das Erwerbspersonenpotenzial aufgrund des demografischen Wandels schwindet, so die Statistiker. Diese Entwicklung wird derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert.

In der Summe gab es im Jahr 2020 in den Dienstleistungsbereichen mit -281.000 Personen oder -0,8 Prozent gegenüber 2019 den stärksten Rückgang der Erwerbstätigenzahl. Insgesamt waren noch rund 33,5 Millionen Personen in den Dienstleistungsbereichen tätig. Die größten Beschäftigungsverluste darunter hatten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit -207.000 Erwerbstätigen (-2,0 Prozent) und die Unternehmensdienstleister mit -156.000 Erwerbstätigen (-2,5 Prozent), zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +153.000 Erwerbstätigen (+1,4 Prozent).

Die Zahl der Arbeitnehmer sank im Jahresdurchschnitt um 324.000 Personen (-0,8 Prozent) auf rund 40,8 Millionen. Besonders stark war der Teilbereich der marginal Beschäftigten betroffen. Dagegen konnte bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, insbesondere durch den Einsatz von Kurzarbeit, die Beschäftigung stabil gehalten werden. Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich der seit nunmehr neun Jahren andauernde Abwärtstrend im Krisenjahr 2020 verstärkt fort: Ihre Zahl sank gegenüber 2019 um 153.000 auf 4,0 Millionen (-3,7 Prozent).

Im Produzierenden Gewerbe sank die Erwerbstätigenzahl um 191.000 (-2,3 Prozent) auf rund 8,2 Millionen. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um 17.000 Erwerbstätige (+0,7 Prozent auf rund 2,6 Millionen) noch positive Impulse. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren 22.000 Personen weniger erwerbstätig als 2019 (-3,7 Prozent auf 577.000).