Augsburg | Horst Seehofer neuer Ehrenbürger – auch Jusos kritisieren Stadtratsbeschluss

Die Entscheidung des Stadtrats, den Bundesinnenminister Horst Seehofer zum Ehrenbürger der Stadt Augsburg zu machen, sei ein falsches Signal zur falschen Zeit. So bewerten die Augsburger Jusos den gestrigen Stadtratsbeschluss.Seehofer Wirbt Bei Islamkonferenz Fuer Mehr Dialog

Für die Vorsitzende der Jusos Augsburg Silke Högg ist klar: „Seehofer hat das politische Jahr 2018 mit seinen Alleingängen und Querschüssen so negativ geprägt wie niemand sonst. Sowohl in der Causa Maaßen als auch im von ihm bei jeder Gelegenheit befeuerten Asylstreit hat er das genaue Gegenteil dessen gemacht, was wir uns von einem Ehrenbürger der Friedensstadt Augsburg wünschen: Seehofer spaltet, statt sich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einzusetzen“.

Zuletzt wurden Alt-Oberbürgermeister Hans Breuer sowie der ehemalige FCA-Präsident Walther Seinsch und Rabbiner Henry Brandt zu Ehrenbürgern von Augsburg gemacht. Benjamin Adam, Mitglied des Vorstands der Jusos Augsburg, versteht nicht, wie der Bundesinnenminister in diese Reihe passt: „Horst Seehofer hat im Gegensatz zu Breuer, Seinsch und Brandt keinerlei persönliche Verbindung zur Stadt. Für mich sieht seine Ernennung deshalb verdächtig nach einem Abschiedsgeschenk von OB Gribl für seinen Förderer Seehofer aus. Meiner Meinung nach sollte eine solche Ehrung nicht leichtfertig aus Gefälligkeit erfolgen, sondern ausschließlich langjährigen Förder*innen unserer Stadt zuteilwerden“.