Vier Jugendliche hatten im August letzten Jahres eine 15-Jährige auf einer Gartenparty in Augsburg mit Alkohol abgefüllt und später gemeinschaftlich vergewaltigt. Heute wurden die Angeklagten vor dem Augsburger Amtsgericht verurteilt.Gericht2

Im August 2021 befand sich die 15jährige Geschädigte auf einer Gartenparty in Augsburg und trank mehrere alkoholische Getränke. Zwei der vier Angeklagten sollen der

bereits deutlich alkoholisierten Geschädigten weitere alkoholische Getränke eingeflößt

haben. Anschließend verbrachten die Angeklagten die Geschädigte, die nicht mehr

ohne Unterstützung gehen konnte, in das Haus und legten die Geschädigte auf einem

Bett ab.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, die Geschädigte anschließend entkleidet

und im Verlauf der weiteren Nacht an der Geschädigten, die aufgrund des übermäßigen Konsums alkoholischer Getränke nicht mehr in der Lage war, einen entgegenstehenden Willen zu bilden, nacheinander sexuelle Handlungen durchgeführt zu haben.

Insbesondere sollen die Angeklagten den vaginalen und teilweise oralen Geschlechts-

verkehr mit der Geschädigten durchgeführt haben. Zudem soll ein Angeklagter der

Geschädigten einen Stift sowie ein stumpfes Metallschwert vaginal eingeführt haben.

Die Geschädigte erlitt durch die Handlungen der Angeklagten Schmerzen, blaue Flecken an den Beinen sowie eine kleine blutende Verletzung an der Hand. Nach Beendigung der sexuellen Handlungen sollen die Angeklagten die Geschädigte nackt in einem Raum zurückgelassen haben.

 

Ein Angeklagter soll zudem im Verlaufe der Nacht mehrere Videos und Fotos gemachthaben, auf denen die Vornahme sexueller Handlungen an der Geschädigten bzw. die nackte Geschädigte zu sehen sind.

Den Angeklagten wurde Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung

und Besitz jugendpornographischer Inhalte zur Last gelegt.
Die heutige Hauptverhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da es sich um teilweise jugendliche Angeklagte handelt.

Vergewaltiger zeigen sich geständig

Die Angeklagten zeigten sich im Rahmen der heutigen Hauptverhandlung vollumfänglich geständig zeigten und entsprechend der Anklageschrift verurteilt wurden. Drei Angeklagte wurden zu einer Jugendstrafe von 2 Jahren und ein Angeklagter zu einer Jugendstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten verurteilt. Hintergrund der milderen Bestrafung des einen Angeklagten ist, dass dieser bereits frühzeitig im Verfahren ein Geständnis abgelegt und Angaben zur Tat gemacht hatte. Die Jugendstrafen wurden jeweils zur Bewährung ausgesetzt.

Dem Urteil ging dabei eine Verständigung unter sämtlichen Verfahrensbeteiligten voraus. Das Gericht hat bei seinem Urteil insbesondere berücksichtigt, dass alle Angeklagten sich vollumfänglich geständig zeigten, bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten sind und im Vorfeld der Hauptverhandlung bereits einen Täter-Opfer-Ausgleich durchgeführt hatten. So hatten alle Angeklagten der Geschädigten bereits ein Schmerzensgeld in vierstelliger Höhe bezahlt und eine Vereinbarung mit der Geschädigten geschlossen, im Rahmen derer sie sich zur Zahlung sämtlicher Kosten, die sich als Folge der Tat darstellen (z. B. Therapiekosten, Schmerzensgeld), verpflichteten.

Vor dem Hintergrund der Geständnisse blieb der Geschädigten eine Aussage vor Gericht erspart.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da diesem eine Verständigung vorausging.