Augsburg | „Asyl bleibt weiter ein Thema in der Stadt“

„Die ehrenamtliche Begleitung der dezentralen Unterbringung in der Stadt Augsburg war und ist eine wichtige Voraussetzung, um vielen Geflüchteten, die zu uns kamen, den Start in eine bessere Zukunft zu ermöglichen“, so Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer, der für die städtische Flüchtlingsunterbringung zuständig ist.

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Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer dankte im Namen der Stadt Helferinnen und Helfern für fünf Jahre ehrenamtliche Unterstützung bei der Unterbringung von Geflüchteten. Foto: Annette Zoepf

Bei einer Einladung der Helferinnen und Helfer aus den Unterstützerkreisen in das Café Tür an Tür erinnerte er an den Januar 2015, als die Stadt Augsburg vom Freistaat Bayern den Auftrag erhielt, Unterkünfte für eine dezentrale Unterbringung zu schaffen. „Anfang Februar kamen dann die ersten Bewohner an. Bis Ende 2015 waren es allein im dezentralen Bereich rund 1500 Männer, Frauen und Kinder, die unterzubringen waren“, erinnert sich Dr. Kiefer. Weitere Geflüchtete, vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie Geflüchtete in den Erstaufnahmen kamen hinzu.

Große Hilfe durch Unterstützerkreise in Stadtteilen

Für die Stadt war die dezentrale Unterbringung eine große organisatorische Aufgabe. Sie wurde vom zuständigen Sozialreferat, vielen Ämtern, vor allem aber dank der Mithilfe vieler
Ehrenamtlicher, die sich rasch in Stadtteil-Unterstützerkreisen zusammengefunden haben, gemeinsam bewältigt. „Die ehrenamtliche Begleitung der dezentralen Unterbringung in der
Stadt Augsburg war und ist eine Voraussetzung, um vielen Menschen, die zu uns kamen, den Start in eine bessere Zukunft zu ermöglichen“, so Dr. Kiefer. Der vom Augsburger Stadtrat gewählte Weg, rund 50 kleine Unterkünfte in den Stadtteilen anzumieten, sei aufwendiger gewesen, weil in schneller Reihenfolge viele Unterkünfte entstanden seien. „Aber dieser Weg war richtig. Denn so konnte zu den Augsburgerinnen und Augsburgern Kontakt entstehen, was der Situation rund um die Ankunft der Geflüchteten sehr zuträglich war.“

Stunde der Praktiker und der Menschlichkeit

Teil der gemeinsamen Anstrengung, Geflüchtete zu unterstützen und zu begleiten, waren neben Verwaltung und Freiwilligen auch Organisationen wie „Tür an Tür“, das Freiwilligenzentrum sowie die Wohlfahrtverbände. In seinem Grußwort sagte Pfarrer Fritz Graßmann als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft öffentliche und freie Wohlfahrtspflege: „Es war die Stunde der Praktiker und der Menschlichkeit“. Mittlerweile sind viele Geflüchtete, zum Beispiel aus dem Hauptherkunftsland Syrien in Schule und Arbeitsmarkt gut integriert. Andere, etwa aus der Westbalkanregion, die 2015 zu den ersten Bewohnern der Augsburger städtischen Unterkünfte zählten, haben Deutschland längst wieder verlassen, da ihre Asylanträge abgelehnt wurden.

In den städtischen Unterkünften leben derzeit gut 900 Personen, zu Spitzenzeiten waren es rund 1300. „Asyl bleibt weiter ein Thema in Augsburg und am Ziel unserer Bemühungen sind wir noch nicht angelangt. Doch gemeinsam haben wir viel geschafft“, so Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer.