Augsburg bekommt Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Politische Bildung im digitalen Zeitalter: Dafür steht die neue Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die künftig in Augsburg beheimatet sein wird.

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Von li. nach re.: Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Prof. Dr. Michael Piazolo, bayerischer Kultusminister, und Rupert Grübl, Direktor der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit | Foto: StMUK

„Ich freue mich, dass wir ein innovatives Konzept für die neue Außenstelle unserer Landeszentrale für politische Bildungsarbeit entwickelt haben – und in der Stadt Augsburg einen kompetenten Kooperationspartner mit fundierten Erfahrungen in der kommunalen Bildungsarbeit“, betonte Kultusminister Michael Piazolo heute in München. Die Landeszentrale wird sich in Augsburg vornehmlich der neuen Aufgabe der politischen Bildung „im Netz“ widmen und ihre digitale Bildungsarbeit mit einem Fokus auf den Bereich der Extremismusprävention von hier aus maßgeblich steuern. Zudem werden auf Basis der engen Kooperation mit der Stadt Augsburg attraktive Angebote für andere Städte und Gemeinden entwickelt werden, die bayernweit nutzbar sind. Die Arbeit der Außenstelle nimmt damit offensiv die Herausforderungen des medialen Wandels auf und entwickelt die klassische Bildungsarbeit der Landeszentrale im Zeitalter des Internets weiter.

Gribl:“Hier entsteht eine Ideenschmiede“

Oberbürgermeister Dr. Gribl: „Das eröffnet Perspektiven für eine höchst spannende Netzwerkkooperation mit den unterschiedlichsten Einrichtungen vor Ort, wie miteinander kommunizierende Röhren. Hier entsteht eine Ideenschmiede, die verschiedene Ansätze bündeln kann, um neue Formate zu entwickeln. Das schafft Synergien, von denen alle profitieren, die auf dem Feld arbeiten: Stadt, Schulen, Universität und Hochschule. Auch als Friedensstadt ist Augsburg der ideale Standort, um zu ermitteln, wie die Werte für ein gelingendes urbanes Miteinander weitergegeben werden können. Dass sich die Außenstelle auch der Extremismusprävention widmet, hat deshalb auch Signalcharakter.“

Direkt vor Ort werden Projekte und Konzepte für ein bayernweites Angebot im Bereich der kommunalen politischen Bildung erprobt. Drei erste konkrete Projekte sind für die Zusammenarbeit der Landeszentrale mit der Stadt ausgewählt: die Augsburger „Medienscouts“, der in Augsburg bereits etablierte „Lernort Rathaus“ und das neue Modellprojekt „Friedensstadt“. Bei allen Formaten ist eine bayernweite Fortentwicklung der Projektarbeit geplant.

Neben der Zusammenarbeit mit der Stadt ist eine Kooperation mit den zahlreichen Partnern der Augsburger Bildungslandschaft vorgesehen, insbesondere auch mit der Universität Augsburg.

Im Bereich der digitalen Bildungsarbeit wird die Außenstelle der Landeszentrale in Augsburg zudem die geplante Zusammenarbeit mit den „BayernLabs“ koordinieren. Diese öffentlich zugänglichen digitalen Bildungseinrichtungen des Freistaats sind flächendeckend in ganz Bayern (aktuell 8 Standorte; 13 Standorte im Endausbau) als „IT-Labore“ und Schaufenster für digitale Innovation verteilt. „Mit unseren BayernLabs bauen wir insbesondere in den ländlichen Regionen Bayerns eine Brücke in die schnellebige und komplexe IT-Welt. Mehr als 80.000 Besucher in den bereits bestehenden acht BayernLabs belegen deren großen Erfolg und Attraktivität. Sie bieten modernste Technik zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung“, kommentierte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die geplante Kooperation. Durch geeignete Formate lassen sich „politische Bildung online“ und innovative digitale Bildung in der Kommune zielgruppengerecht vermitteln. Zudem wird die Außenstelle über die Kooperation mit den BayernLabs dem Auftrag der Landeszentrale als einer digitalen Bildungseinrichtung mit bayernweiter Reichweite gerecht.

Die Landeszentrale wird sich in Augsburg mit den dort vorhandenen vielfältigen Bildungsressourcen und Bildungspartnern vernetzen, um von hier aus im ganzen Freistaat wirken zu können. Ein zentraler Standort wird hierfür bereits gesucht.

FDP-OB-Kandidat Vollmar: „Im ehemaligen Außenlager des KZs Dachau, wäre die Außenstelle der Landeszentrale ideal gewesen.“

„Die FDP Augsburg begrüßt, dass die Außenstelle in Augsburg als Ideenschmiede für neue Ideen und Formate in der politischen Bildungsarbeit dienen soll. Wegen unserer Tradition als Friedensstadt gibt es an den Augsburger Schulen, der Hochschule und der Universität sowie bei der Stadt selbst viele Aktivitäten, die durch die Landeszentrale für politische Bildung aufbereitet und für die Nutzung in anderen Gemeinden weiterentwickelt werden können. Politische Bildungsarbeit ist in Zeiten, in denen immer mehr Menschen immer mehr Zeit online verbringen wichtiger denn je. Wir brauchen fachlich überzeugende und gute Ansätze, um vor allem Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, dass sie sich gegen Cybermobbing, Antisemitismus oder „hate speech“ stellen sowie „fake news“ erkennen und bewerten können. Ob diese wichtige Arbeit, wie ursprünglich geplant, in einem eigenständigen Bildungszentrum für neue Medien oder in der jetzt eingerichteten Augsburger Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung  geschieht, ist erst einmal zweitrangig.

Ich bin aber schon enttäuscht, dass aus den 15 neuen Planstellen für Augsburg, die Ministerpräsident Söder im Landtagswahlkampf versprochen hat, nun nur ein neuer Mitarbeiter und vier Pendler aus der Münchner Zentrale geworden sind. Zudem halte ich es auch für einen Fehler von Oberbürgermeister Gribl, dass er sich darauf eingelassen hat, die
Außenstelle nicht in der Halle 116 in Pfersee unterzubringen. Als Anker-Einrichtung für die geplante Gedenkstätte im ehemaligen Außenlager des KZs Dachau, wäre die Außenstelle der Landeszentrale ideal gewesen.“