Augsburg | Bis zu 321 Mio. Euro – Die Sanierung des Staatstheaters wird immer teurer

Die Kosten für die Sanierung des Staatstheaters steigen weiter deutlich an. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden Kosten für die Sanierung des Großen Hauses und die beiden geplanten Neubauten von bis zu 321 Mio. Euro in den Raum gestellt. Ursprünglich war man von 186,3 Mio. Euro zuzüglich der üblichen Preissteigerungen ausgegangen. Diese Fallen nun deutlich aus. Jetzt muss der Stadtrat erneut eine Entscheidung über die Zukunft des Vorhabens treffen.

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Foto: Dominik Mesch

Die Frage, die Augsburg in den kommenden Wochen (wieder) einmal beschäftigen wird: Wie teuer darf die Sanierung des Staatstheaters eigentlich werden. 186,3 Mio. Euro waren 2016 für das Projekt als Gesamtkosten in den Raum gestellt worden, dass es nicht dabei bleiben wird ist schon lange klar. Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass die Stadtregierung schon vor der Entscheidung für das Projekt mitteilte, dass bei Projekten dieser Größenordnung Preissteigerungen aufgrund der langen Bauzeit unvermeidbar sind. Wie teuer das Projekt bis zur geplanten Fertigstellung in etwa sechs Jahren sein könnte, wurde am Mittwoch bekanntgegeben.

Theater-Projekt wird bis zu 321  Mio. Euro teuer

Baureferent Gerd Merkle stellte Gesamtkosten von bis zu 321 Mio. Euro in den Raum. Je nachdem, wie sich die Baukosten in den nächsten Jahren weiter entwickeln kann sich die Summe in diese schwindligen Höhen schaukeln. Mit Ausgaben von 247 Mio. Euro rechnet Merkle für die Sanierung des Großen Hauses und den Bau der Gebäude für die zweite Spielstätte in der  Volkhartstraße und Proberäumen, Werkstätten und Verwaltung in der Kasernenstraße aber inzwischen in jedem Fall. Während sich die Kosten für das bestehende, als „Stadttheater“ bekannte Große Haus am Kennedy-Platz im vorgegebenen Rahmen halten, seien die für die neuen Bauten deutlich gestiegen.

Oberbürgermeisterin Eva Weber: „Mir war es wichtig, dass wir sehr offen damit umgehen, wie der aktuelle Sachstand ist.“ Dass die Zahlen für viele Menschen „erschreckend“ (Merkle) sind, waren ihr und Baureferent Merkle bewusst. In den nächsten Wochen wird das Thema den Stadtrat erneut beschäftigen müssen.

Eine neue Variante 2 steht im Raum

Die ursprünglichen Pläne für die neuen Gebäude hatte man bereits überarbeiten lassen. Wie Merkle vorstellte, ist nun ein einziges und weniger architektonisch aufwendiges Gebäude geplant. Auch in den Gebäuden selbst hatte man in Absprache mit dem Hauptnutzer, dem Staatstheater, Abstriche machen können. Ein weiteres Kürzungspotential sieht man im Baureferat nach Rücksprache mit den Planern trotz der reduzierten Variante kaum. Beispielsweise bei der Akustik oder bei der Belüftung lässt sich der Rotstift kaum ansetzen.

Man wird sich mit dem Thema „Staatstheater“ deshalb in jedem Fall in der letzten Stadtratssitzung im Juli nochmals befassen müssen. Es gilt die Frage zu beantworten, ob man bauen lässt „wie ursprünglich bestellt“, oder die neue Variante 2 zum Tragen kommen soll. Bis dahin haben alle Räte die Möglichkeit sich ausführlich mit der Thematik zu beschäftigen. Den Auftakt der Informationsreihe, die auch und gerade neuen Stadträte helfen soll sich ein Bild zu machen, begann gestern mit einer Baustellenbesichtigung am Großen Haus.

Erste Stimmen gegen eine Fortführung der Pläne werden laut

Auch ein Abschied von den großen Plänen ist noch denkbar. Unter anderem die SPD hatte im Kommunalwahlkampf in diese Richtung gehende Ideen vertreten. Die aktuell genützten Spielstätten im Martinipark und im Gaswerk könnten weiter genützt werden. In eine ähnliche Richtung zielt nun auch Neu-Stadtrat Roland Wegner (V-Partei³). „Nichts ist beständiger als die Veränderung und wir müssen uns wohl leider der Realität der fehlenden Finanzierbarkeit stellen. Aus meiner Sicht bedeutet das, den Mut aufzubringen, sich vom Staatstheater in seiner früheren Nutzform zu verabschieden, falls es der Freistaat nicht zu 100 % übernehmen möchte. Das Gebäude könnte weiter in reduzierter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, ein entsprechendes sinnvolles Nutzungskonzept ist zu entwickeln. Überdachte Bühnendarstellungen für die sog. Hochkultur sind neben der aktuellen Ausweichstätte auch in der Kongresshalle oder auf dem Messegelände Augsburg möglich.“

Stadt sucht das Gespräch mit dem Freistaat

Noch steht aber noch nicht genau fest, wie stark das Vorhaben letztendlich den Stadthaushalt belasten würde. Der Freistaat Bayern, neben der Stadt Augsburg Träger des Staatstheaters, bezuschusst das Projekt großzügig, man hatte in den Raum gestellt auch bei Mehrkosten mit gerade zu stehen.  Die Stadtspitze will aber hier nochmals in Gespräche gehen, ob diese Aussage noch steht und in welchem Umfang man Unterstützung erfahren wird.