Augsburg | Bischof Zdarsa weiht drei Diakone im Hohen Dom zu Priestern

Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat heute im Hohen Dom zu Augsburg drei Diakone zu Priestern geweiht.

09-Priesterweihe-2018-Foto_Nicolas-Schnall_pba-DSC_5700 Augsburg | Bischof Zdarsa weiht drei Diakone im Hohen Dom zu Priestern Augsburg Stadt Bildergalerien Kunst & Kultur News Augsburger Dom Bischof Dr. Konrad Zdarsa Diakone Priesterweihe | Presse Augsburg
Durch Handauflegung und Gebet weihte Bischof Konrad die drei Diakone zu Priestern. | Foto: Nicolas Schnall / pba

In einer feierlichen Weiheliturgie empfingen heute Simon Fleischmann (Pfaffenhofen a. d. Ilm), André Harder (Krumbach) und Tobias Seyfried (Echsheim) im Hohen Dom zu Augsburg durch Handauflegung und Gebet durch Bischof Dr. Konrad Zdarsa das Sakrament der Priesterweihe. Auf die Weihehandlung folgten Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten: Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet und bekamen durch den Bischof die Hände gesalbt und Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie überreicht. Zuvor traten sie einzeln vor und versprachen ihre Bereitschaft zum Dienst in der Kirche und in Einheit mit dem Bischof.

Bereits in seiner Predigt erläuterte Bischof Konrad das Weihegeschehen und fasste das Wirken der künftigen Priester prägnant zusammen: „Heute werdet ihr feierlich zu Mitarbeitern der Bischöfe bestellt und mit ihnen im priesterlichen Amt verbunden zum Dienst am Volk Gottes berufen. Zum Dienst der Lehre und der Verkündigung, zum Dienst der Heiligung und zum Dienst der Leitung.“ Denn nur wer sich vom Herrn durch die Kirche in den Dienst hineinnehmen lasse und zum Vorsteher der Eucharistie geweiht werde, könne den Dienst der Verwandlung tun, die als solche immer auf die große Verwandlung der ganzen Schöpfung hingeordnet sei, so der Bischof.

Zudem rief Bischof Konrad neben den Weihekandidaten die anwesenden Gläubigen, darunter viele Verwandte und Freunde, dazu auf, sich nicht von hohen Austrittszahlen, statistischen Befunden und Klagestimmung entmutigen zu lassen: „Wir sind doch nicht angetreten, um Kirchen zu füllen und Mitgliederzahlen zu steigern, sondern unsere Sendung und unser Eifer muss darin bestehen, Menschen in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu bringen und den Getauften und Gefirmten zu helfen, das Geschenk zu erschließen, das sie von Gott schon empfangen haben.“

Und der Bischof geht mit Blick auf die Glaubenspraxis gedanklich einen Schritt weiter: „Wenn unsere Kirchen nicht mehr dazu dienen, wenn wir sie dazu nicht mehr oder nur ganz sporadisch aufsuchen, dann sollten wir uns davon trennen und sie irgendeiner Treuhand übergeben.“ Für ihn sei es nämlich nicht zu vertreten, mit großem finanziellem und materiellem Aufwand allein steinerne Gebäude zu erhalten, wenn sie nur noch einer regionalen, kunsthistorischen, rein menschlichen Tradition zur Verfügung stünden. Stattdessen müssten sie auch weiterhin dem andauernden Lobpreis unseres Schöpfers und Erlösers, der Vertiefung und Weitergabe des Glaubens dienen. Vor allem dazu seien die drei neuen Priester von nun an gesandt: „Mit uns Bischöfen sollt ihr nicht nur Verkünder der Frohen Botschaft bis an die Grenzen der Erde sein, sondern auch treue Verwalter der heiligen Mysterien des himmlischen Vaters“, erklärte der Bischof und legte ihnen damit ganz besonders die Sakramente der Taufe, der Eucharistie, der Versöhnung und der Krankensalbung ans Herz.

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Zu Beginn seiner Predigt ging der Bischof kurz darauf ein, dass immer mehr von denen, die das Priestertum anstrebten, schon einen Beruf ausgeübt hätte und dies sowohl bei den Medien als auch unter vielen Gläubigen zumeist breite Zustimmung fände. Bischof Konrad betonte in diesem Zusammenhang allerdings, dass „nicht allein eine berufliche Tätigkeit und Verantwortung“ eine gute Voraussetzung dafür bilden, seine Berufung zum Priester zu erkennen. Vielmehr gehe es für ihn um „das Wissen, was heute die meisten unserer Mitmenschen bewegt, wer sie zu vereinnahmen sucht und wo sie Gefahr laufen, sich zu verzetteln oder gar zu verlieren, aber auch die wachsende Erkenntnis, dass da Einer ist, der die Menschen kennt und sie liebt, der ihrem Streben eine Richtung und ihrem Dasein einen Sinn und ein Ziel geben will.“