Augsburg | Corona-Pandemie führt bei WAFA zu Werksschließung

Die sich in Eigenverwaltung befindende WAFA Germany GmbH (‚WAFA‘), ein auf Spritzguss, Galvanik und Lackierung für die Automobilindustrie spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Augsburg, steht trotz erheblicher Anstrengungen und Sanierungsmaßnahmen vor dem Aus.

Bildschirmfoto-2019-11-18-um-19.54.09 Augsburg | Corona-Pandemie führt bei WAFA zu Werksschließung Augsburg Stadt Augsburg-Stadt News Newsletter Wirtschaft | Presse Augsburg
Das Werk in Augsburg | Foto: Wafa

 

Schon vor der Corona-Pandemie hatte die Absatzkrise in der Automobilindustrie zu Umsatzrückgängen bei der WAFA und im November 2019 zur Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung geführt. Als dann im Frühjahr – inmitten der begonnenen Sanierungsphase – durch die Corona-Pandemie die Lage noch einmal erheblich verschärft wurde, fehlten der WAFA schlussendlich die Umsätze und die Liquidität, die für eine mittel- und langfristige Fortführung dringend benötigt wurden.

Investoren nicht bereit Risiken einzugehen

„Wir haben alles versucht, um gemeinsam mit den Beteiligten eine tragfähige Zukunftslösung für die WAFA zu finden. Aber letztlich konnte unser Sanierungskonzept durch den unerwarteten Umsatzeinbruch aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr umgesetzt werden. Jetzt fehlen uns schlicht die Mittel. Eine Rettung ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich“, sagt Mit-Geschäftsführer Rechtsanwalt Markus Fröhlich von FRÖHLICH Rechtsanwälte Insolvenzverwalter Steuerberater, der als Sanierungsexperte die Geschäftsführer Martin Witte und Thomas Greiner unterstützt. Auch die Versuche, einen Investor zu finden, scheiterten, da kein Investor bereit war, im aktuell schwierigen Marktumfeld in das Unternehmen zu investieren.

„An der Belegschaft lag es nicht“

Nachdem alle Optionen für eine Fortführungslösung gescheitert waren, hat sich die Geschäftsleitung in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss, den wesentlichen Kunden und der Gesellschafter auf eine Werksschließung zum 31.12.2020 verständigt. Nun sollen nach Absprache mit den Kunden noch die letzten Aufträge bis zum Ende des Jahres abgearbeitet werden. „Diese Entwicklung ist für uns alle bitter. Die Mitarbeiter haben unter hohem Einsatz für die WAFA bis zuletzt gekämpft und nie aufgegeben. An der Belegschaft lag es nicht. Sie hat selbst in Corona-Zeiten und in einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld über viele Monate Großes geleistet und dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, sagt Geschäftsführer Martin Witte.

Halteprämien für Mitarbeiter

Die Entscheidung über die Betriebsstilllegung fällt der Geschäftsleitung sehr schwer. Aufgrund der unvermeidbaren Werksschließung zum Jahresende wird sie voraussichtlich noch im September 2020 den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Ende des Jahres kündigen. Vom Arbeitsplatzverlust sind rund 200 Beschäftigte betroffen. Die Geschäftsleitung wird nun zügig Gespräche mit der Arbeitnehmerseite über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufnehmen. Diejenigen Mitarbeiter, die das Unternehmen bis zum Ende der beabsichtigten Betriebsstilllegung begleiten, sollen nach Möglichkeit eine Prämie erhalten.

Nach der Ausproduktion bis voraussichtlich 31.12.2020 wird anschließend für einen überschaubaren Zeitraum aus der Verwaltung und der Fertigung nur noch ein kleines Abwicklungsteam beschäftigt werden, um eine geordnete Stilllegung zu gewährleisten, bis das Werk endgültig geschlossen wird.