Das Augsburger Landgericht verurteilte gestern einen 23-jährigen Afghanen. Er hatte seine Frau mehrfach vergewaltigt und missbraucht. Der Fall hatte aber aus einem Grund heraus im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Die Frau hatte versucht sich und die eigenen Kinder in der Wertach zu ertränken.

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Seit gut zwei Wochen war ein 23-jähriger Afghane in Augsburg vor Gericht gestanden. Ihm wurde die mehrfache Vergewaltigung und körperliche Misshandlung einer nach islamischem Recht mit ihm verheirateten 24-jährigen Landsfrau vorgeworfen. Die Tatvorwürfe wies der Angeklagte zurück, nur in einem Fall hätte er seine Frau zwei, dreimal geohrfeigt. Der Anwalt des Mannes plädierte deshalb auf eine Bewährungsstrafe.

Frau will sich und Kinder ertränken

Das Augsburger Landgericht sah die Schuld des Mannes aber als erwiesen an. Ende 2015 war er gemeinsam mit seiner Frau nach Deutschland gekommen. Seit dem, soll er nach Überzeugung des Gerichts, die Frau dreimal vergewaltigt, mehrfach geschlagen und misshandelt haben. Im Dezember 2016 wusste die heute 24-Jährige nach einem besonders harten Angriff keinen anderen Ausweg mehr, und versuchte sich und ihre beiden Kinder bei Oberhausen in der Wertach zu ertränken. Als ihr dies nicht gelungen war, hatte sie sich an Anwohner gewandt. Wegen des versuchten Totschlags an ihren Kindern, wurde auch gegen sie ermittelt. Wegen Schuldunfähigkeit wurde das Verfahren fallen gelassen.

Nun sah sie ihren Peiniger im Augsburger Justizzentrum wieder. Dieser wurde wegen Vergewaltigung in drei Fällen, sowie vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.