Augsburg erhält noch mehr Fernverkehrsanschlüsse

Die Schwabenmetropole wird noch besser an den Fernverkehr angebunden. Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart begrüßt die von der Bahn geplanten Angebotsverbesserungen. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Mobilität in Schwaben. Augsburg erhält damit eine vergleichbar attraktive Anbindung im Fernverkehr wie die Großstädte Nürnberg oder München.“ Wie die Bahn heute in Augsburg mitteilte, sollen nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke Ulm – Stuttgart und Stuttgart 21 künftig noch deutlich mehr Züge zwischen Stuttgart, Augsburg und München verkehren. „Wir rechnen mit einer großen Nachfrage und deutlich mehr Fahrgästen auf der Strecke“, so Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB AG.2019 12 20 Reichhart Bahn 3 Von 11.Jpeg

Augsburg wird auch künftig ein attraktiver Drehpunkt für den Regional- und Fernverkehr in Schwaben bleiben. Dank Stuttgart 21, Deutschlandtakt und der Mobilitätsdrehscheibe sind perspektivisch bis zu 40 Prozent mehr Fernverkehrshalte gegenüber heute geplant.

2020 gibt es Einschränkungen

Im Fahrplan 2020 kommt es allerdings für über sechs Monate zu deutlichen Einschränkungen beim Schienenpersonenfernverkehr. Wegen Gleisarbeiten zwischen Mannheim und Stuttgart fallen vom 10.04.2020 bis zum 31.10.2020 zwischen München, Augsburg und Stuttgart einige Fernzüge aus, die auch einen Halt in Augsburg gehabt hätten. Wie vom Freistaat gewünscht, wird die Bahn nun während der Baumaßnahme neben der zweistündlichen ICE-Verbindung München – Augsburg – Frankfurt – Berlin und der zweistündlichen IC-Verbindung München – Augsburg – Stuttgart – Karlsruhe zusätzlich noch Pendel-IC-Züge zwischen Stuttgart, Augsburg und München einsetzen. 85 Prozent der jetzigen Sitzplatzkapazität bleiben erhalten, verspricht die Bahn. Ebenso ein Stundentakt nach Stuttgart und ein Zweistundentakt nach Frankfurt, der mit den Pendel-ICs noch ergänzt wird. Auf den Regionalverkehr hat die Baumaßnahme keine Auswirkung.

Ersatz für „Allgäu-Franken-Expresses“ geplant

Auswirkungen hat diese Baumaßnahme auch auf den Verkehr in Richtung Nürnberg. Während der Bauzeit soll der seit wenigen Tagen neu eingeführte mittägliche ICE entfallen. Das hätte Einschränkungen für die Fahrgäste auf der Strecke zwischen Augsburg und Nürnberg gegeben, denn seit Dezember verkehrt in dieser Zeitlage der „Allgäu-Franken-Expresses“ (AFX) nicht mehr auf dieser Strecke. Reichhart teilte heute mit, dass nun ein Ersatz geplant ist. „Während der Baumaßnahme soll als Ersatzverkehr der Allgäu-Franken-Express (AFX) auf der Strecke fahren, obwohl der Vertrag eigentlich ausgelaufen ist.“ Der Freistaat wird diesen Ersatzverkehr bei DB Regio bestellen.

30 Minutentakt Ulm – Augsburg auf Altstrecke nicht möglich

Von besonderem Interesse war das Thema „30 Minuten Ulm – Augsburg“.  Der Bahnbevollmächtigter Klaus Dieter-Josel gab zu bedenken, dass der geforderte halbstunden Takt über die Altstrecke nicht zu erreichen sei. Eine Neubaustrecke entlang der Autobahn könne dies leisten. Die Altstrecke über Dinkelscherben wäre dann gerüstet für den Regionalverkehr. Zudem würde eine Ertüchtigung der Altstrecke viel zu lange dauern, weil der Umbau unter laufendem Betrieb mit großen Behinderungen für den Zugverkehr stattfinden müsste.

Fotos: Wolfgang Czech