Augsburg | Es drohen Teile aus dem Perlachturm zu brechen

Bei der Begutachtung des denkmalgeschützen Perlachturms durch Experten am 04./05. November 2021 sind an den zwei obersten Geschossen erhebliche, neue Schäden festgestellt worden.

Perlachturm
Der Perlachturm ist eines der Wahrzeichen Augsburgs

 

In seinem Gutachten, das der Stadt seit 07. Dezember vorliegt, kommt das beauftragte Steinrestaurierungsbüro zu dem Ergebnis, dass durch diese Schäden jederzeit mitunter auch größere Teile der Turmfassade herausbrechen und herabstürzen könnten. Bereits während der Untersuchung in ca. 60 Metern Höhe von einem Kran aus haben die Restauratoren mehrere lockere Steinfragmente entfernt. In ihrem Bericht listen sie unter anderem Risse und Brüche im Natur- und Kunststein und rostende Eisenteile auf.

Als Sofortmaßnahme werden der angrenzende Fischmarkt sowie der Gehweg, der entlang der Maxstraße am Perlachturm vorbeiführt, daher umgehend gesperrt. Mit den Aktivistinnen und Aktivisten des Klimacamps ist die Stadt Augsburg im engen Austausch. Der Zugang zu den anliegenden Geschäften und der Kirche St. Peter und Paul ist dadurch vorrübergehend nicht möglich.
Weitere Sicherungsmaßnahmen sind bereits in Vorbereitung. Zunächst sollen um die oberen Geschosse Sicherungsnetze angebracht werden, um gegebenenfalls herabstürzende Teile aufzufangen. Um den Zugang zu Kirche und anliegenden Läden schnellstmöglich wieder zu öffnen, soll ein Schutztunnel aus Gerüsten errichtet werden. Als langfristige Sicherungsmaßnahme wird an der Balustrade des Turms schließlich ein Schutzgerüst angebracht.

Auf den Zeitplan der Sanierung haben die Erkenntnisse aus dem Gutachten keine Auswirkungen. Bei gesicherter Finanzierung könnten im Frühjahr/Sommer 2022 die Ausführungsplanungen und 2023 die ersten Arbeiten beginnen.