Am 8. August sind in Augsburg die Läden geschlossen, hunderte Menschen treffen sich auf dem Rathausplatz an festlich gedeckten Tischen, der sogenannten „Friedenstafel“ (letztes Jahr: ca. 1500). Sie bringen Speisen und Getränke mit und teilen diese mit Freunden und Fremden. Warum? An diesem Tag begeht Augsburg einen weltweit einzigartigen Feiertag, der weit in die Stadtgeschichte zurückreicht.

Die Friedenstafel ist immer eines der Highlights des Friedensfestes | Foto: Wolfgang Czech

Augsburgs Protestanten feierten erstmals am 8. August 1650 mit Dank- und Friedensgebeten das Ende ihrer Unterdrückung. Seitdem wird das Hohe Friedensfest alljährlich begangen. Das Bekenntnis zur „Friedensstadt Augsburg“ und der Auftrag, das friedliche Miteinander in die Gegenwart zu tragen, gründen auf diesem historischen Ereignis. Im Jahr 1950 wurde der 8. August zum staatlichen, auf die Stadtgrenzen Augsburg begrenzten Feiertag. Damit hat Augsburg die meisten Feiertage in Deutschland.

So wird der Feiertag heute gelebt

Aus dem Friedensfest leitet die Stadt Augsburg bis heute die Verpflichtung und auch den Auftrag für ein friedliches und konstruktives Miteinander in der modernen, vielkulturellen und vielreligiösen Stadt ab. Das Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg unter der Leitung von Christiane Lembert-Dobler verfolgt und thematisiert aktuelle gesellschaftliche Diskurse, die im Kontext des friedlichen Zusammenlebens stehen, und stellt jedes Jahr ein ca. 14-tägiges Begleitprogramm zusammen, das auf den Feiertag am 8.8. hinführt und an dem viele Partner  beteiligt sind. Dieses Jahr widmeten sich rund 70 Veranstaltungen dem Thema „#FREIHEIT“.