Am 8. August sind in Augsburg die Läden geschlossen, hunderte Menschen treffen sich auf dem Rathausplatz an festlich gedeckten Tischen, der sogenannten „Friedenstafel“ . Normalerweise. Auch dieses Jahr verlief anders als gewohnt. Und doch beging man in Augsburg einen weltweit einzigartigen Feiertag, der weit in die Stadtgeschichte zurückreicht.

Augsburgs Protestanten feierten erstmals am 8. August 1650 mit Dank- und Friedensgebeten das Ende ihrer Unterdrückung. Seitdem wird das Hohe Friedensfest alljährlich begangen. Das Bekenntnis zur „Friedensstadt Augsburg“ und der Auftrag, das friedliche Miteinander in die Gegenwart zu tragen, gründen auf diesem historischen Ereignis. Im Jahr 1950 wurde der 8. August zum staatlichen, auf die Stadtgrenzen Augsburg begrenzten Feiertag. Damit hat Augsburg die meisten Feiertage in Deutschland.

So wird der Feiertag heute gelebt

Aus dem Friedensfest leitet die Stadt Augsburg bis heute die Verpflichtung und auch den Auftrag für ein friedliches und konstruktives Miteinander in der modernen, vielkulturellen und vielreligiösen Stadt ab. Während normalerweise die Friedenstafel auf dem Rathausplatz, bei der über 1000 Menschen aller möglichen Religionsgemeinschaften gemeinsam essen und feiern, den Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe bildet, ging es in diesem Jahr alles etwas kleiner. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen waren neben den Messen, z.B. in St. Anna, die Friedensgrüße der Religionsvertreter und der Oberbürgermeisterin Eva Weber im Rathaus die wichtigsten Stationen des geschichtsträchtigen Tages.