Augsburg forciert dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in allen Stadtteilen

Zurzeit sind rund 1100 Asylbewerber dezentral in Augsburg untergebracht. Nach Monaten, in denen der Stadt wöchentlich bis zu 70 Asylbewerber zugewiesen wurden, erleben die Kommunen in Bayern derzeit eine Phase relativer Ruhe. Die Atempause nutzt das städtische Sozialreferat, um für die angestrebte ausgewogene Verteilung der dezentralen Unterkünfte auf das gesamte Stadtgebiet Weichenstellungen vorzunehmen.

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Kiefer: „…angemessene Wohnsituation ein wichtiger Schlüssel zur Integration.“ | Archivfoto: Dominik Mesch

Festanmietungen: Kurzfristig angemietete Objekte werden durch Festanmietungen ersetzt. Dabei handelt es sich durchgängig um bislang leer stehende Häuser. Die Objekte sind für einen längerfristigen Aufenthalt von Menschen besser geeignet, da sie in der Regel besser ausgestattet und der Mietpreis geringer ist.

Umzüge: In Stadtteilen, in denen es bisher keine dezentrale Unterkunft gab, werden erstmalig Asylbewerber untergebracht. Dadurch werden Stadtteile, die bisher überdurchschnittlich viele Asylbewerber aufgenommen haben, etwas entlastet.

Umgezogen wird Schritt für Schritt. Im Zuge der laufenden Räumung von kurzfristig angemieteten Pensionen in Lechhausen werden derzeit Gebäude belegt. Auch werden Asylbewerber, die bisher in Lechhausen untergebracht waren, in Mietobjekten in andern Stadtteilen untergebracht. Dazu gehört auch ein Gebäude in der Hammerschmiede für rund 25 Personen.

Nach und nach werden dann auch Pensionen in anderen Stadtteilen aufgegeben und die betroffenen Asylbewerber in fest angemietete Unterkünfte verlegt. So wird voraussichtlich im April erstmals ein Haus für 22 Personen in Hochzoll belegt. Dazu wird bereits ein Informationsabend für die Bürgerinnen und Bürger vorbereitet.

„Logistisch stellen die Umzüge der Asylbewerber den städtischen Fachbereich Wohnen und Unterbringung vor große Aufgaben. Es ist aber ein Vorteil, dass dadurch vor allem die Wohnsituation von Familien besser berücksichtigt werden kann. Bei der Unterbringung der hier lebenden Flüchtlinge, die zum großen Teil längere Zeit bei uns bleiben werden, ist eine angemessene Wohnsituation ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Es geht auch darum, trotz beengter Räumlichkeiten Rückzugs- und Lernmöglichkeiten zu ermöglichen“, so Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer.

Wie schnell die Umzüge erfolgen können, hängt von der Entwicklung der Neuzugänge von Asylbewerbern ab, deren angemessene Unterbringung Vorrang hat. „Wir müssen auf alle möglichen Entwicklungen der Asylbewerberzahlen gefasst sein, damit es zu keinen Engpässen bei der Unterbringung kommt“, so der Sozialreferent.