Augsburg | Hat eine junge Frau ihr eigenes Baby getötet? 25-Jährige muss sich vor Gericht verantworten

Seit letzter Woche muss sich eine junge Augsburgerin vor dem Landgericht verantworten. Es geht um den Tod ihrer erst neun Wochen alten Tochter. Der 25-Jährigen wird Totschlag vorgeworfen.Gericht1

Das sind Geschichten, die betroffen machen. Was aber nach einem Film aus den Hollywood-Studios klingt, ist in Augsburg tatsächlich geschehen. Eine 25-jährige Frau muss sich vor dem Landgericht verantworten, weil sie vor etwa drei Jahren ihre erst neun Wochen alte Tochter getötet haben soll.

Nach aufwändigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte sich der Vorwurf gegen die Augsburgerin erhärtet, seit Mai dieses Jahres sitzt sie in Untersuchungshaft, seit letzter Woche muss sie sich vor dem Schwurgewicht verantworten. Was ihr die Ermittlungsbehörde dort zur Last liegt, wieg schwer. Weil das Baby gequengelt haben soll, soll die Angeklagte es geschlagen und ihm anschließend ein Kissen ins Gesicht gedrückt haben, bis es nicht mehr atmete.

Aussagen weichen ab

Die Schilderungen der nach eigenen Angaben drogen- und alkoholsüchtigen Frau klingen da etwas anders. Nach dem Konsum von reichlich Alkohol (mehrere Flaschen Hugo, mehreren Bieren) und der Einnahme eines starken Beruhigungsmittels wäre ihr das Kind in der Nacht aus dem Arm gefallen. Die Verletzungen könne sie sich so erklären, warum der Säugling aber erstickte sei ihr aber unerklärlich. Das Gericht schenkt ihr und ihren Ausführungen aber wohl schon jetzt keinen großen Glauben.

Besonders unglaubwürdig scheint dem Gericht wohl die deutlich abweichende heutige Aussage von den Schilderungen, die die junge Frau vor rund 3 Jahren der Polizei und ihrer eigenen Mutter gegenüber getätigt hatte. Damals hatte sie, als sie in der Nacht den Tod des Babys festgestellt hatte, die eigene Mutter telefonisch informiert und ihr gesagt, das Kind wäre vom Sofa gefallen. Die Großmutter hatte damals den Notarzt verständigt, der dem Kind aber nicht mehr helfen konnte.

Was wirklich in der kleinen 1-Zimmer-Wohnung in der Augsburger Innenstadt gesehen ist, soll in den kommenden Wochen vor dem Landgericht geklärt werden. Sechs weitere Verhandlungstage sind angesetzt, mit der Urteilsverkündung wird Mitte November gerechnet.